Frische Lebensmittel machen der ganzen Familie Spaß

Gerade Kinder halten uns vor Augen, wie viel Spaß bunte, frische Nahrungsmittel, die von uns selbst gewaschen, geschnitten, geschält und kreativ angerichtet werden. Kinder agieren nicht „kopfgesteuert“, sondern sie vertrauen auf ihre Sinne. Kinder riechen, schmecken und fühlen sensibler als Erwachsene. Wer von Anfang an den natürlicher Entdeckungsdrang der Kinder auch beim Umgang mit frischen Lebensmitteln zulässt, wird sicher hochmotivierte, kleine "Küchenhelfer" finden. Halte dazu altersgerechte Küchenutensilien bereit. Am besten immer am gleichen Platz gelagert. Kinder lieben es, mit eigenen Sachen die Arbeit der "Großen" nachzuahmen. Kochen mit Kindern, immer dann, wenn es der Alltag zulässt und kein zeitlicher Druck auf Ihren Schultern lastet, ist nicht nur aktive, gemeinsame Familienzeit, die zusammen verbracht wird. Kinder lernen auf diese Weise von klein auf den bewussten Umgang mit Nahrungsmitteln. Sie lernen Nahrungsmittel in ihrer unverarbeiteten Form kennen und erfahren, wie sich diese durch verschiedene Verfahren in der Küche verändern. Kinder lassen sich von den Farben, Formen und Gerüchten von Obst, Gemüse, Kräutern und Gewürzen begeistern. Sofort wollen sie probieren, wie alles schmeckt. Eine Sinnesreise, die durchaus lebenslang prägen kann. Auf diese Weise entwickeln sie ein viel breiteres Spektrum an Geschmacksvielfalt, als durch immer gleich schmeckendes, industrielles Fertigessen. Die Basis jedes Ernährungsverhaltens wird in der Familie gelehrt. Wird das versäumt, so sind einseitiges Ernährungsverhalten und schlechte Essgewohnheiten später deutlich schwerer zu korrigieren.


Gerade weil Kinder bis zu einem gewissen Alter noch sehr instinktiv agieren, schmecken ihnen bittere Gemüsesorten nicht. "Bäh" und "pfui" haben wohl schon die meisten Eltern gehört, wenn sie versucht haben, ihre Nachwuchs zum Verzehr von Rosenkohl, Grünkohl, Wirsing und anderen Pflanzen mit einem hohem Gehalt an Bitterstoffen, anzuhalten. In diesen -durchaus sehr gesunden!- Pflanzen steckt ein Stoff namens S-Methyl-l-Cysteinsulfoxid. Beim Kauen reagiert dieser Stoff mit den ganz normalen Bakterien des menschlichen Speichels. Dabei entstehen schwefelartige Stoffe, die von Kindern als äußerst unangenehm empfunden werden. Zu Urzeiten war dies sogar überlebenswichtig, damit Kinder keine Giftpflanzen aßen. Denn diese schmecken von Natur aus meist bitter. So ist das menschliche Hirn seit Jahrtausenden auf "bitter = gefährlich, süß = ungefährlich" trainiert. Übrigens empfinden Kinder auch Süßes viel weniger süß als Erwachsene. Auch hier spielt die Evolution mit: Süße Nahrungsmittel lieferten viel Energie und sicherten das Überleben. Ob wir wollen oder nicht, das Menschenhirn tickt oft eben doch noch ein bisschen steinzeitlich. Mit zunehmenden Alter lässt dieses Verhalten in der Regel nach. Oft braucht es viele Anläufe, bis Kinder sich mit einem unliebsames Gemüse anfreunden.


Natürlich können Sie als Eltern, Großeltern, Tante, Onkel usw. eine Vorbildfunktion übernehmen. In der Familie entwickeln Kinder ihre Geschmackssinne, Einstellungen und Gewohnheiten rund ums Essen. Auch ihre Vorlieben und Abneigungen werden geprägt durchs Ausprobieren, durch Abschauen und Nachmachen. Kinder lernen durch Vorbilder. Essen darf spannend, lecker und gern auch "cool" sein. Erklärungen, wie "gesund" das Essen ist, wirken sehr viel weniger motivierend als ein hübsch mit Liebe dekorierter Teller.

Kinder werden motiviert, wenn ihre Sinne Spaß haben und wenn sie mit einbezogen werden, z.B. beim Einkaufen, beim Kochen oder beim Erstellen eines Essenplans für die Woche. Eine weitere tolle Idee, um Kinder an gesunde Ernährung mit Freude heranzuführen, ist es einen Teil der Nahrung selbst anzubauen. Auch bei nur geringem Platz in einer Stadtwohnung können in ein paar Töpfen problemlos Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch oder Kresse herangezogen und später verwendet werden.

Auf diese Weise stärken sie das kindliche Selbstbewusstsein und etablieren ein Gefühl der familiären Zugehörigkeit. Der Umgang mit frischen, immer wieder neu zu erlebenden Nahrungsmitteln schult zusätzlich einen bewussten Umgang mit Ressourcen, fördert ebenso für Kreativität und schärft die Sinne. Es wird die Grundlage für gesundes Essverhalten und für Genussfähigkeit geschaffen … ein Belohnungswert, der deine Kinder in ihrem weiteren Leben positiv begleiten wird.