Männer in den Wechseljahren

Bringen wir es auf den Punkt: nachlassende Potenz, Erektionsprobleme, verminderte Muskelkraft, Rückgang des Muskelanteils, Zunahme des Bauchfetts, Abnahme der Knochendichte, Knochen- und Gelenkbeschwerden – ja, auch Männer altern!

Die Wechseljahre können bei Männern schon ab einem Alter von Mitte, Ende 30 beginnen. Nervosität, vielleicht auch ein Gefühl der Traurigkeit, irgendwie ist der Sex plötzlich nicht mehr so wichtig, und sogar Hitzewallungen können auftreten. Ob es die Wechseljahre beim Mann wirklich gibt, ist unter Experten umstritten. So, wie wir die Wechseljahre bei Frauen kennen, gibt sie beim Mann jedenfalls nicht. Eine klare Grenze zwischen Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit kann beim Mann nicht gezogen werden. Dennoch zeigen auch Männer in ihrer Lebensmitte teils ähnliche Symptome. Andropenie oder Andropause wird diese hormonelle Veränderung genannt. Dann nimmt die körpereigene Testosteron-Produktion pro Jahr um durchschnittlich 1 bis 1,2 Prozent ab. Ebenfalls weniger produziert wird das Hormon Dehydroepiandrosteron (DHEA), ein Steroidhormon. Die Wechseljahre bei Männern entwickeln sich über viele Jahren und werden meist zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr spürbar. Mit ungefähr 75 Jahren haben die Männer ihre Wechseljahre dann überstanden.



Neben genetischen Veranlagungen, sind auch Medikamente, Stress und bestimmte Erkrankungen für die Hormonveränderungen verantwortlich. Bei etwa 1/3 der Männer über 55 Jahre sinken die Hormonwerte extrem. Die Hoden produzieren dann nicht mehr genug Testosteron.


Während bei Frauen die Sexualhormone schubweise weniger werden und dadurch die Beschwerden eher plötzlich auftreten, entwickeln sich die Wechseljahre bei Männern über gleichmäßiger. Daher machen sich Begleiterscheinungen langsamer und später bemerkbar. Da sie deutlich geringer ausfallen als bei Frauen, bekommt die Hälfte der Männer gar nichts davon mit. Zu den zuvor schon genannten Begleiterscheinungen der männlichen Wechseljahre gehören auch Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, schlechtere Gedächtnisleistung, Schwindelgefühlen, anhaltende Antriebslosigkeit und auch Depressionen.

Auch für Männer gilt: Sie brauchen nicht still leiden. Auch "echte Kerle" dürfen sich Unterstützung holen. In manchen Fällen können Medikamenten einen Ausgleich schaffen, aber häufig reichen bereits kleine Umstellungen der Lebensgewohnheiten, um die Symptome deutlich zu lindern.

Was du selbst tun kannst (ganz gleich, ob Sie Beschwerden verspüren oder nicht):

  • ernähre dich vitaminreich

  • reduzieren den Verzehr von Fleisch und erhöhe den Anteil pflanzlicher Kost

  • höre auf zu rauchen und trinke weniger Alkohol

  • treibe Sport und bleibe in Bewegung (kurbelt Hormonproduktion an!)

  • Bau Stress ab

  • Bleib sexuell aktiv, um einen sinkenden Testosteronspiegel vorzubeugen

Mutter Erde hält auch für diese Situation einige Pflanzen bereit, die Männer in den Wechseljahren unterstützen können:

  • Johanniskraut beruhigt und wirkt stimmungsaufhellend

  • Brennnessel-Tee kann helfen Prostatavergrößerung vorzubeugen und den Stoffwechsel aktiv zu halten

  • Melisse, Hopfen und Baldrian fördern einen erholsamen Schlaf

Hormonersatztherapie (HET)

Der Testosteronwert jeden Mannes fällt sehr individuell aus, wodurch es schwieriger ist, "normal" und "zu gering" klar zu definieren. Laut Bundesärztekammer gelten Werte zwischen 10 und 40 Nanomol pro Liter als Norm. Bei einem Testosteronwert von weniger als zehn Nanomol pro Liter kann der Arzt eine Hormontherapie durchführen. Tatsächlich kann die HET das Wohlbefinden steigern, die Libido anheben und den Fettstoffwechsel verbessern. Allerdings wird die HET von gravierende Nebenwirkungen begleitet und Langzeitfolgen sind bisher immer noch nicht ausreichend erforscht. Unter anderem soll die HET beim Mann zu Brustschmerzen und einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Prostatakrebs führen. Ob du dich für eine hormonelle Therapie entscheidest oder nicht: Wichtig sind vor allem eine gesunde Lebensweise und eine positive Lebenseinstellung. Wenn du Beratung und Unterstützung in deinem aktuellen Lebensabschnitt wünschst ist das Team von Bewusst.Gesund.Leben. herzlich gern für dich da.




 

Quellen

  • Online-Informationen ZEG Berlin – Berlin Center for Epidemiology and Health Research: www.zeg-berlin.de; Abruf: 05.11.2018Heinemann, L A J et al.: Sex differences in "climacteric symptoms" with increasing age? A hypothesis-generating analysis of cross-sectional population surveys; The Ageing Male; 2000; DOI: 10.1080/13685530008500334

  • Bundesärztekammer, Infomaterial: Testosteron bei älteren Männern; Stand: Januar 2017

  • Online-Informationen The European Male Ageing Study: www.emas.man.ac.uk; Abruf: 05.11.2018