Von der Bedeutung der Veränderung

"Ich riskiere, ich fordere heraus, ich will mittendrin stehen.

Ja, das Leben ist für mich eine großartige Reise – und ganz bestimmt kein Wartesaal.

Jede Zeit ist meine Zeit." (Lotti Huber)


Die Wechseljahre sind eine Zeit des Loslassen und der Erkenntnis. Nicht umsonst wird diese Zeit auch als Zeit des Wandels bezeichnet. Langsam trittst du in einen neuen Lebensabschnitt ein und bewältigst einen tiefgreifenden Transformationsprozess.

Der Übergang von den fruchtbaren zu den unfruchtbaren Lebensjahren stellt für viele Frauen eine Herausforderung dar. Zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr beginnt die Zeit des Wandels - die Wechseljahre oder Menopause. Diese Umstellung dauert ungefähr 10-15 Jahre mit unterschiedlich stark ausgeprägten Begleiterscheinungen.


An sich drückt der Begriff Wechseljahre ja bereits aus, worum es geht - um eine Wandlung, eine Veränderung deines Lebens. Nicht nur deine Hormone und dein Körper verändern sich, auch dein Blickwinkel kann dir völlig neue Perspektiven eröffnen. Vieles was zuvor wichtig war, verliert an Bedeutung und oft öffnen sich neue Wege in der Reife des Lebens. Wie die Pubertät und eine Schwangerschaft sind auch die Wechseljahre ein natürlicher Vorgang, der mit intensiven Hormonumstellungen begleitet wird.


Viele Frauen leiden unter ihrem Befinden und versuchen mit verschiedenen Methoden die Begleiterscheinungen zu mildern. Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Depressionen u.v.m. sind keine Seltenheit. Immer noch wird sehr schnell zu Hormonpräparaten gegriffen, die dem weiblichen Körper vorgaukeln, die Welt sei in Ordnung und so etwas wie Wechseljahre liege noch in weiter Ferner. Eine trügerische Fehlmeldung, die in deinem Organismus nachweislich Schaden anrichten kann. Es ist mittlerweile erwiesen, dass die Hormonersatztherapie (HET) Brustkrebs erzeugen kann und die Gefahr der Thrombosebildung wesentlich erhöht. Wegen dieser Risiken ist der Nutzen einer HET sehr gut abzuwägen.


Scheinbar ist vielen Frauen die Bedeutung ihrer natürlichen Veränderung gar nicht richtig bewusst. Was veranlasst Frauen dazu, eine ganz und gar natürliche, dem Lebensrhythmus gemäße, körperliche Entwicklung derart beeinflussen zu wollen? Die sexuelle, hormonelle Entwicklung junger gesunder Menschen (Pubertät) verhindern wir schließlich auch nicht. Jungen Menschen wird der Freiraum gegeben geschlechtsspezifische und seelische Selbstfindung mit all ihren Herausforderungen zu erleben, aber der älter werdenden Frau steht dies nicht zu? Fürchten wir uns so sehr vor dem Älterwerden, dass wir mit allen Mitteln versuchen diesen Vorgang zu unterdrücken?


Jede emotionale Unberechenbarkeit und deren körperliche Übersetzungen haben ihre Berechtigung und bedürfen Raum, um sich zu entfalten. Natürlich haben die meisten Frauen, gelernt zu funktionieren, Beruf und Haushalt unter einen Hut zu bekommen, ihre Familie zu umsorgen, ihre Partner zu unterstützen und den Normen zu entsprechen und wollen dies auch weiterhin aufrecht erhalten. Doch mit welchem Ziel und Zweck? Um im Rentenalter genießen zu dürfen, wonach sie bereits in den Wechseljahren verlangen? Um dieses tiefe, reife Verlangen zu benennen: die weibliche Seele verlangt ein neues Selbstverständnis und Raum für sich selbst.


Frauen, vor allem in den westlichen Ländern, sind selten bereit, das natürliche Geschehen so zu akzeptieren, wie es die Natur für uns Frauen vorsieht. Denn die Wechseljahre bedeutet das Ende der Fruchtbarkeit und ihr Körper verändert sich in einer Form, die das Altern sichtbar macht. Frauen, die sich ein Leben lang mit ihrer körperlichen Attraktivität beschäftigen und identifizieren, haben es besonders schwer und geraten häufiger in eine psychologische Krise. Sie verlieren den inneren Halt und suchen nach ihrer Lebensberechtigung. In einer Gesellschaft wie der unseren, welche Jugendlichkeit verherrlicht, das Wort "alt" wie ein Schimpfwort verwendet und sich stets vorlügt, sie könne den Tod austricksen, erlaubt kaum Raum für vollendete Reife. Lebensleistung und innere Reife sollen Frauen vorweisen und dabei aussehen wie zu der Zeit als ihre Persönlichkeitsentwicklung noch wörtlich in den Kinderschuhen steckte. Liebe Leserin, lass dir gesagt sein: Du bist so viel mehr als dein Aussehen!


Das allgemeine, gesellschaftliche Verständnis des Altwerdens zeichnet deprimierte, müde, vergessliche Menschen ab. Es ist eine kollektive und absolut ungesunde Vorstellung des Alterns. Zum Vergleich: In anderen Kulturen wird zunehmendes Alter in Würde erlebt. Zunehmendes Alter bedeutet vor allem im fernöstlichen Raum Weisheit, Reife, Geduld und Wissen. Entsprechend groß ist der gesellschaftliche Respekt vor älteren Menschen. Ein ganzheitliches Verständnis von Geburt, Leben und Tod erlaubt einen natürlichen, gesunden Umgang mit dem Prozess des Alterns und somit auch mit den Wechseljahren. Ändern wir unsere Haltung zu den natürlichen Alterungsprozessen, so gewinnen wir ein großes Stück Freiheit.

Wechseljahrsbeschwerden

Gehören Sie einfach dazu? Haben Frauen nicht schon genug gelitten?

Die häufige Auffassung, die Symptome der Wechseljahre seien vor allem auf Östrogenmangel aufgrund des Versagen der Eierstöcke zurückzuführen, basiert auf veralteten Informationen. Eierstöcke produzieren nicht nur Östrogene, sondern auch Androgene wie DHEA und Testosteron und das Gestagen Progesteron. Diese werden zusätzlich auch in anderen Stellen des Organismus, z. B. den Nebennierenrinden, gebildet. Die Nebennieren übernehmen einen Teil der Arbeit und produzieren kleine Mengen an Progesteron und Östrogen. Der Körper passt sich damit an die neuen, sich verändernden Gegebenheiten an. Müssen die Nebennieren in dieser Zeit ständig Stresshormone ausschütten oder werden anderweitig belastet, können sie die erforderlichen Hormone nicht effizient produzieren.

Ob die Wechseljahre beschwerdereich sind oder eher nicht, hängt unter anderem von der Funktion der Nebennieren, dem bisherigen Lebensstil und auch von deiner Ernährung ab. Emotionale Probleme, Stress und schlechte Ernährung beeinflussen die Nebennieren leider sehr und entsprechende Symptome stellen intensiver sich ein.


Typische Wechseljahresbeschwerden sind....

  • allgemeine Müdigkeit

  • chronischer und emotionaler Stress

  • Nährstoffmangel

  • Schlaflosigkeit

  • verworrenes Denken

  • Stimmungsschwankungen

  • Reizbarkeit

  • Depression

  • Melancholie

  • cholerische Züge

  • Kopfschmerzen

  • Gedächtnisstörungen

  • Körperliche und geistige Erschöpfung

  • Unterzuckerung

  • Heißhunger auf Süßigkeiten

  • Infektanfälligkeit

  • Hitzewallungen

  • Herzrasen

  • Ödeme

  • Bluthochdruck

  • Schweißausbrüche, nächtliches Schwitzen

  • Atrophie (Verdünnung) der Schleimhäute der Vagina

  • Trockene Schleimhäute (auch und vor allem der Vagina)

  • Haarausfall

  • Trockene Haut

  • Harnwegsbeschwerden

  • Schwindel

  • Herzerkrankungen

  • Gelenk- und Muskelbeschwerden

  • Osteoporose

  • Zyklusschwankungen

  • Sexuelle Probleme

  • Gewichtszunahme


Es ist ein Leichtes zu sagen "Finde deinen Weg durch die Wechseljahre". Doch wir Frauen wissen, ganz so einfach ist es nicht. Die meisten Frauen haben Jahre und Jahrzehnte ungünstige Lebensweisen etabliert, zu wenig auf sich geachtet und einfach nicht rechtzeitig auf ihre wahren Bedürfnisse Rücksicht genommen. Dennoch ist es nicht zu spät nun endlich auf sich selbst zu hören und das zu tun, was dir gut tut! Nutze die Wechseljahre, um bewusst auf deine Bedürfnisse zu reagieren, deine Körper umfassend zu pflegen und deine Seele zu nähren.


Aus der Seele gesprochen

Wenn wir davon ausgehen, dass jedes körperliche Symptom Ausdruck einer seelische Bewegung ist, die wir nicht bewusst vollziehen können oder wollen, und dass körperliche Beschwerden uns immer anzeigen "hier stimmt etwas nicht", dann erscheinen auch die typischen Wechseljahrsbeschwerden in einem neuen Licht. Die Frage lautet: "Was will gesehen werden?"


Mach dir zuerst bewusst: Du bist kein Opfer der Umstände und du bist auch nicht machtlos. Genauso wenig musst du die Wechseljahre austricksen. Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern ein ganz normaler biologischer Vorgang. Die Tiefgründigkeit der Wandelzeit besteht nicht darin, eine Arznei oder Behandlung zu finden, welche dafür sorgt, dass die Beschwerden so schnell wie nur möglich verschwinden. Es ist auch nicht das Ziel, in der dein Leben wieder so wird, wie es in deinen jungen Jahren war. Du bist nun eine reife Frau mit Lebenserfahrung und es ist Zeit sich dem unaufhaltsamem Fluss des Lebens hinzugeben. Natürlich ist dies absolut kein Plädoyer für eine leidvolle Lebensphase - im Gegenteil. Streife das Leid ab, in dem du dich dir selbst zu wendest. Werde (wieder) ganz! Nimm eine Haltung ein, in die der Schmerz dich drängt und beschäftige dich mit deiner Persönlichkeit, deinen ungelebten Träumen, deinen Wünschen und den Zielen, die du für die kommenden Jahre hast. Du wirst die seelischen Aspekte finden, die sich körperlichen Ausdruck verleihen. Gib ihnen gebührenden Platz, nimm sie an.


Um zu verdeutlichen, was damit gemeint ist, möchte ich den Umgang mit Kopfschmerzen aus ganzheitlicher Sicht kurz anreißen. Wenn du Kopfschmerzen hast, weil du keine neuen Eindrücke mehr ertragen kannst und vorherige noch nicht verarbeitet sind, dann ist es nicht förderlich, einfach nur eine Schmerztablette einzunehmen. Die Schmerztablette wirkt zwar gegen das körperliche Symptom und es scheint dir besser zugehen. Auf diese Weise kannst du weiter funktionieren. Du trickst dich selbst und das Warnsystem deines Körpers aus. Eigentlich verlangt dein Organismus nach einer Pause, verlangt nach Erholung. Mit Schmerzmitteln unterdrückst lediglich dein Bedürfnis nach einer anderen Haltung (einem anderen Lebensrhythmus). Unterdrückte Bedürfnisse und Gefühle sind nachtragend - irgendwann kommen sie in einer meist schädlichen Weise wieder auf. Statt sich mit einem Übermaß an Arbeit, Medikamenten, TV, Nikotin oder Alkohol zu betäuben, ist es ratsam, genau hinzusehen, warum dein natürliches Warnsystem Alarm schlägt und die Bedürfnisse deiner Seele zu stillen.

Geh Du vor…“, sagte die Seele zum Körper,
„auf mich hört er nicht, vielleicht hört er auf Dich.“
Ich werde krank werden, dann wird er Zeit für Dich haben“, sagte der Körper zur Seele.

(Ulrich Schaffer)

Die Wechseljahre sind eine wunderbare Gelegenheit deinem Körper und deiner Seele mit mehr Achtsamkeit und Liebe zu begegnen. Jetzt ist der beste Zeitpunkt endlich achtsame und weise Selbstliebe zu praktizieren.


Wechseljahrsbeschwerden sind unbequem und natürlich kommen sie absolut ungelegen. Unter den schlaflosen Nächten leidet dein Berufsleben, wohlmöglich kommst du im Haushalt nicht so richtig voran, vielleicht magst du Partner gerade gar nicht und es kommt schlecht an immer wieder Termine wegen der Migräne absagen zu müssen. Dir wird vorgeworfen, wie launisch du doch bist. Herzrasen und Schweißausbrüche geben dir den Rest. Selbstverständlich leiden Frauen unter diesen penetranten Symptomen und selbst widernatürliche Hormonbehandlungen erscheinen plötzlich wie eine Rettungsinsel. Egal? Hauptsache es geht irgendwie weiter? Nein, es ist überhaupt nicht egal, wie es weiter geht. Das "wie" ist entscheidend!


Dabei zeigt dir deinKörper ganz klar, welches Verhalten und welche Glaubensmuster ausgedient haben, weil sie dir nicht mehr gut tun. Ja, du hast Recht, es ist nicht einfach Lebensinhalte grundlegend zu verändern. Du musst nicht aufgeben, was du dir über viele Jahre aufgebaut hast und das sich so gut und richtig anfühlt. Es geht nicht immer um eine radikale Veränderung (doch wenn dir genau das gut tut, dann ist natürlich auch das absolut richtig!). Aber es geht darum, Raum zu schaffen für das, was außer dem bisher Geschafften noch in dir entstehen will.

Nutze die Wechseljahre als Phase der Reflexion, prüfe deine Werte. Ja, mit Sicherheit wirst du deine Freundschaften, deinen Partner, deine Kinder, deine Arbeit und vor allem dich selbst einschließlich deiner Ziele, Wünsche und Sehnsüchte hinterfragen. Hinterfrage alles! Du hast genug Lebenserfahrung, um die Antworten in dir selbst zu finden.

Wechseljahre
Foto: Darius Bashar on unsplash

Auf ein Wort: HORMONERSTZTHERAPIE (HET)

Seit den 1960er Jahren gehört die Hormonersatztherapie (HET) für Frauen in den Wechseljahren zu einer absoluten Selbstverständlichkeit der modernen Medizin. Eine starke Pharmalobby suggeriert seit dieser Zeit den Frauen die schwindende Östrogenproduktion der Eierstöcke mit synthetischen Hormonen ausgleichen zu können und schon seit die Welt wieder wunderbar. Die Wechseljahre werden nicht als wichtiger Vorgang der Natur betrachtet, sondern als mehr als Krankheit, die zu vermeiden möglich sei. Liebe Frauen, die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern eine Lebensphase voller seelischer und körperlicher Veränderungen. Diese natürlichen Prozesse unterdrücken oder ausschalten zu wollen ist schlicht falsch und zeugt von einem krankhaften Selbstbild geprägt von Jugend- und Schönheitsidealen einer irrgeleiteten Gesellschaft. Die HET verspricht Verjüngung - und welche Frau, will schon unattraktiv oder alt aussehen? "Alt" mutiert zu einem Schimpfwort. Ist es sinnvoller das Älterwerden zu verdrängen oder einen respektvolleren Umgang mit uns selbst anzustreben? Die Antwort zu dieser Frage findest du bei dir selbst.

Bisweilen wurde damit geworben, die HET schütze vor Osteoporose und Herz-Kreislauferkrankungen. Beides wurde inzwischen durch intensive Studien widerlegt. In den letzten 40 Jahren (!!) warnten viele Studien vor dem erhöhten Brust- und Gebärmutterschleimhautkrebs im Zusammenhang mit der HET und trotzdem wurde den Frauen suggeriert, die HET habe nur sehr geringe schädliche Nebenwirkungen. Befürworter der HET vertreten noch wahnsinnigere Thesen: Ein Östrogen, welches in der Antibabypille wirksam ist und zu z.B. Erkrankungen des Herzens führt, soll als HET vor genau solchen Erkrankungen schützen. Reine Östrogenpräparate führen zu einer sehr raschen Vermehrung der Gebärmutterschleimhaut und das Krebsrisiko steigt enorm an. Daher wurden in der HET zunehmend mehr Präparate aus einer Kombination von Östrogen und Gestagen verwendet, wodurch Frauen wieder monatliche Blutungen bekamen.

The Lancet, eine englische Fachzeitschrift, veröffentliche im Jahre 2003 die "Million-Women"-Studie. In dieser Studie wird der Zusammenhang von Hormoneinnahme bei Frauen in den Wechseljahren und dem vermehrten Auftreten von Brustkrebs bestätigt. An dieser Studie nahmen in den Jahren 1996 bis 2001 über eine Millionen Frauen im Alter von 50 bis 64 Jahren teil. Diese Studie kommt zu klaren Fakten:

  • Für Frauen, die sich ab dem 50. Lebensjahr einer HET mit Östrogen-Gestagen-Mischung unterziehen, besteht ein um 100% erhöhtes Brustkrebsrisiko.

  • Das Risiko einer Brustkrebserkrankung bei einer Östrogen-Behandlung erhöht sich um 30% und auch das Risiko an Gebärmutterkrebs zu erkranken steigt.

  • Herz-Kreislauferkrankungen nehmen durch Östrogen-Gestagen-Präparate zu (Laut WHI-Studie in den USA treten durch diese Behandlung bei 1.000.000 Frauen jährlich 700 zusätzliche Herzinfarkte, 800 Schlaganfälle, 800 Lungenembolien und 800 Brustkrebserkrankungen auf)

  • Erhöhtes Risiko für Thrombose und Lungenembolie

  • Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall

  • Erhöhtes Risiko für die Bildung von Gallensteinen und Gallenblasenentzündung

  • Fettstoffwechselstörungen, erhöhtes Risiko für Bauchspeicheldrüsen - Entzündung

  • Gewichtszunahme

  • Erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Diabetes

  • Erhöhtes Risiko für Osteoporose

  • Erhöhtes Risiko für Demenz

  • Mangel an Vitaminen und Mikronähstoffen, besonders B-Vitamine, Vitamin C und A, Mangel an Folsäure, Magnesium und Zink.

  • Mangel an körpereigenen Hormonen, besonders Progesteron, Östradiol und Testosteron.

Das Märchen vom Jungbrunnen HET sollte nun aufgeklärt sein!


Quellen und weitere Informationen:


Inzwischen gibt es die Möglichkeit sich einer Hormontherapien mit sogenannten "bioidentischen Hormonen" zu unterziehen. Bioidentische Hormone werden im Labor hergestellt und ihre Struktur ähnelt den menschlichen natürlichen Hormone. Somit passen sie genau auf den Zellrezeptor und sollen an den Zellen die gleichen Wirkungen aus, wie die körpereigenen Hormone, auslösen. Obwohl derzeit einige Gynäkologinnen diese Hormontherapie anpreisen, sind Nutzen und Risiken bioidentischer Hormone umstritten. Ihre Wirksamkeit sei nicht nachgewiesen und die hochdosierten Präparate seien "mit Vorsicht zu genießen", erklärt Joseph Neulen, Direktor der Klinik für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin an der Uniklinik Aachen. Welche Hormone in welcher Konzentration eine Frau benötigt, wird bei der Behandlung mit bioidentischen Hormonen aus dem Blutserum und Speicheltests ermittelt. Die Zuverlässigkeit dieser Tests wird von einigen Experten ebenfalls angezweifelt. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass individuell zusammengestellten Hormonmischungen, wie sie bei dieser Hormontherapie zum Einsatz kommen, nicht ausreichend überprüft werden. Die von Apothekern nach Arztrezept hergestellten Hormonpräparate unterlägen keiner systematischen Kontrolle wie standarisierte Medikamente. (Quelle: fr.de, 20.11.2017).


Letztendlich bleibt festzuhalten, dass eine Hormonersatztherapie für manche Frauen tatsächlich Linderung extremer Beschwerden bringt. Somit muss jede Frau Vorteile, Nutzen und Gefahren einer hormonellen Behandlung für sich selbst abwägen und ihre persönliche Entscheidung treffen. Es gibt kein allgemeines "richtig" oder "falsch". Es ist dein Leben und du allein entscheidest, was auf deinem Weg für dich stimmig ist.


Übrigens....

Bioidentische Hormone sind keine pflanzlichen Hormone! Hormone, die in Pflanzen vorkommen, werden als Phytohormone bezeichnet. Zum Beispiel kommt pflanzliches Progesteron in der Yamswurzel und dem Mönchspfeffer (Agnus castus) vor. Es ist chemisch mit dem menschlichen Progesteron identisch - und nicht nur ähnlich. Die Natur hält einige Pflanzen bereit, mit denen Frauen schon seit Jahrhunderten die Wechseljahre sanft begleiten.



Umgang mit Hilfsmitteln

Neben dem bewussten Umgang mit deinen tiefsten Bedürfnissen ist es selbstverständlich absolut in Ordnung während der Wechseljahre auf Hilfsmittel zurückzugreifen, die deine Veränderungen begleiten.


Hormontherapien sollten dabei als letzte Option betrachtet werden, wenn sanftere Methoden ausgeschöpft wurden und du weiterhin unter Beschwerden leidest, die du nicht aushalten kannst oder möchtest. Was "aushaltbar" ist, kann dir niemand diktieren und vor allem gibt es keinen Anlass sich das Leben unnötig schwer zu machen. Wie auch immer du dich entscheidest, es ist dein Leben und du trägst die Verantwortung für dein Befinden.

Beruhigungs- oder Schlaftabletten verstärken den geballten Druck in dir, der auch weiterhin anklopfen wird - im schlimmsten Fall tritt er dir irgendwann die Tür ein und die körperlichen und seelischen Beschwerden nehmen zu. Reflektiere, was dich wirklich in deiner Ganzheit unterstützt. Statt Schlaftabletten zu schlucken, kannst du lernen mit achtsamen Entspannungsübungen das Gedankenkarussel zu stoppen. Ein angepasstes Fitnessprogramm unterstützt ebenfalls die Zyklen von Aktivität und Ruhe. Gespräche mit anderen Frauen öffnen neue Perspektiven.

Trockene, schmerzende Schleimhäute können mit einem milden Mittel gepflegt werden. Natives Kokosöl eignet sich sehr gut. Wenn du lieber auf Fertigpräparate zurückgreifen, bieten sich das pflanzliche Majorana Vaginal Gel von Wala oder Produkte mit Rotklee, Traubensilberkerze und Aloe Vera an. Auch Frauenmanteltee und Mönchspfeffer lindernde einige Wechseljahresbeschwerden.

Auch eine Migräne kann extrem quälend sein und die Schmerztablette hilft dir vielleicht Ruhe zu finden - für den Moment entspannt dies deine Situation. Schaue zusätzlich auf die seelische Ursache und schaffe dort eine Veränderung. Stress, Bewegungsmangel und eine ungünstige Ernährung können die Migräneattacken verstärken. Durch entsprechende Anpassungen besteht die Möglichkeit gegenzusteuern.


Bei Hitzewallungen verschaffen wechselwarme Fußbäder und Wechselduschen manchen Frauen Linderung.

Hilfsmittel während der Wechseljahre sollen deine Bedürfnisse nicht eingrenzen, beschneiden und unterdrücken, nur damit du weiterhin folgsam in einem genormten System funktionierst. Halte inne und höre auf deinen Körper. Maßnahmen, die deine Wandelzeit wirklich unterstützen, schaffen Raum für dein wahres Selbst, das in den Wechseljahren gelebt werden möchte und für die anstehenden Jahre eine wesentliche Rolle spielt.


Wenn du eine Beratung bezüglich Bewegung, Ernährung und Bewusstseinsentwicklung im Rahmen der Wechseljahre wünschen, vereinbare gern einen Online-Termin bei Bewusst.Gesund.Leben. Dank einer liebevollen Ärztin in unserem Team können auch medizinische Fragen beantwortet werden.


Wir wünschen uns mehr selbstbewusste Frauen, die ihre Wechseljahre bewusst leben. Das bedeutet, schaffe einen Rahmen, in dem du deine Vorstellungen und (neuen?) Werte in deinen täglichen Aktivitäten auslebst. Geh keine Kompromisse mehr ein.

Du musst nicht die Anima des Mannes spielen. Wahrscheinlich bist du zudem Mutter und hast viele Jahre deine Kinder liebevoll umsorgt und dich selbst in den Hintergrund gestellt. Du hattest das Wohl deiner Familie im Herzen. Deine Liebe, Hingabe und die Opfer waren groß. Wenn du nun in die Wechseljahre kommst, bedeutet dies aus biologischer Sicht, deine Aufgabe in diesem Bereich ist erfüllt. Nun ist es Zeit für einen Wandel. Nun geht es endlich um dich! Nutze die Wechseljahre um Eigenliebe in Weisheit zu wandeln. Nimm dich bedingungslos an und gib dich dem Fluss des Lebens vertrauensvoll hin.