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Von der Bedeutung der Veränderung

"Ich riskiere, ich fordere heraus, ich will mittendrin stehen.

Ja, das Leben ist für mich eine großartige Reise – und ganz bestimmt kein Wartesaal.

Jede Zeit ist meine Zeit." (Lotti Huber)


Die Wechseljahre sind eine Zeit des Loslassen und der Erkenntnis. Nicht umsonst wird diese Zeit auch als Zeit des Wandels bezeichnet. Langsam trittst du in einen neuen Lebensabschnitt ein und bewältigst einen tiefgreifenden Transformationsprozess.

Der Übergang von den fruchtbaren zu den unfruchtbaren Lebensjahren stellt für viele Frauen eine Herausforderung dar. Zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr beginnt die Zeit des Wandels - die Wechseljahre oder Menopause. Diese Umstellung dauert ungefähr 10-15 Jahre mit unterschiedlich stark ausgeprägten Begleiterscheinungen.


An sich drückt der Begriff Wechseljahre ja bereits aus, worum es geht - um eine Wandlung, eine Veränderung deines Lebens. Nicht nur deine Hormone und dein Körper verändern sich, auch dein Blickwinkel kann dir völlig neue Perspektiven eröffnen. Vieles was zuvor wichtig war, verliert an Bedeutung und oft öffnen sich neue Wege in der Reife des Lebens. Wie die Pubertät und eine Schwangerschaft sind auch die Wechseljahre ein natürlicher Vorgang, der mit intensiven Hormonumstellungen begleitet wird.


Viele Frauen leiden unter ihrem Befinden und versuchen mit verschiedenen Methoden die Begleiterscheinungen zu mildern. Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Depressionen u.v.m. sind keine Seltenheit. Immer noch wird sehr schnell zu Hormonpräparaten gegriffen, die dem weiblichen Körper vorgaukeln, die Welt sei in Ordnung und so etwas wie Wechseljahre liege noch in weiter Ferner. Eine trügerische Fehlmeldung, die in deinem Organismus nachweislich Schaden anrichten kann. Es ist mittlerweile erwiesen, dass die Hormonersatztherapie (HET) Brustkrebs erzeugen kann und die Gefahr der Thrombosebildung wesentlich erhöht. Wegen dieser Risiken ist der Nutzen einer HET sehr gut abzuwägen.


Scheinbar ist vielen Frauen die Bedeutung ihrer natürlichen Veränderung gar nicht richtig bewusst. Was veranlasst Frauen dazu, eine ganz und gar natürliche, dem Lebensrhythmus gemäße, körperliche Entwicklung derart beeinflussen zu wollen? Die sexuelle, hormonelle Entwicklung junger gesunder Menschen (Pubertät) verhindern wir schließlich auch nicht. Jungen Menschen wird der Freiraum gegeben geschlechtsspezifische und seelische Selbstfindung mit all ihren Herausforderungen zu erleben, aber der älter werdenden Frau steht dies nicht zu? Fürchten wir uns so sehr vor dem Älterwerden, dass wir mit allen Mitteln versuchen diesen Vorgang zu unterdrücken?


Jede emotionale Unberechenbarkeit und deren körperliche Übersetzungen haben ihre Berechtigung und bedürfen Raum, um sich zu entfalten. Natürlich haben die meisten Frauen, gelernt zu funktionieren, Beruf und Haushalt unter einen Hut zu bekommen, ihre Familie zu umsorgen, ihre Partner zu unterstützen und den Normen zu entsprechen und wollen dies auch weiterhin aufrecht erhalten. Doch mit welchem Ziel und Zweck? Um im Rentenalter genießen zu dürfen, wonach sie bereits in den Wechseljahren verlangen? Um dieses tiefe, reife Verlangen zu benennen: die weibliche Seele verlangt ein neues Selbstverständnis und Raum für sich selbst.


Frauen, vor allem in den westlichen Ländern, sind selten bereit, das natürliche Geschehen so zu akzeptieren, wie es die Natur für uns Frauen vorsieht. Denn die Wechseljahre bedeutet das Ende der Fruchtbarkeit und ihr Körper verändert sich in einer Form, die das Altern sichtbar macht. Frauen, die sich ein Leben lang mit ihrer körperlichen Attraktivität beschäftigen und identifizieren, haben es besonders schwer und geraten häufiger in eine psychologische Krise. Sie verlieren den inneren Halt und suchen nach ihrer Lebensberechtigung. In einer Gesellschaft wie der unseren, welche Jugendlichkeit verherrlicht, das Wort "alt" wie ein Schimpfwort verwendet und sich stets vorlügt, sie könne den Tod austricksen, erlaubt kaum Raum für vollendete Reife. Lebensleistung und innere Reife sollen Frauen vorweisen und dabei aussehen wie zu der Zeit als ihre Persönlichkeitsentwicklung noch wörtlich in den Kinderschuhen steckte. Liebe Leserin, lass dir gesagt sein: Du bist so viel mehr als dein Aussehen!


Das allgemeine, gesellschaftliche Verständnis des Altwerdens zeichnet deprimierte, müde, vergessliche Menschen ab. Es ist eine kollektive und absolut ungesunde Vorstellung des Alterns. Zum Vergleich: In anderen Kulturen wird zunehmendes Alter in Würde erlebt. Zunehmendes Alter bedeutet vor allem im fernöstlichen Raum Weisheit, Reife, Geduld und Wissen. Entsprechend groß ist der gesellschaftliche Respekt vor älteren Menschen. Ein ganzheitliches Verständnis von Geburt, Leben und Tod erlaubt einen natürlichen, gesunden Umgang mit dem Prozess des Alterns und somit auch mit den Wechseljahren. Ändern wir unsere Haltung zu den natürlichen Alterungsprozessen, so gewinnen wir ein großes Stück Freiheit.

Wechseljahrsbeschwerden

Gehören Sie einfach dazu? Haben Frauen nicht schon genug gelitten?

Die häufige Auffassung, die Symptome der Wechseljahre seien vor allem auf Östrogenmangel aufgrund des Versagen der Eierstöcke zurückzu