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Schlachtprodukte im Kunststoff

  • 15. Feb. 2023
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 3. Juli 2023

Wir alle kennen die grausamen Bilder von Tieren, die wegen Plastikmüll qualvoll sterben und die unfassbar großen Müllberge in ärmeren Ländern sowie Plastikinseln auf den Ozeanen. Heute möchten wir einen weiteren Denkanstoß geben, um dazu zu motivieren, weniger Plastik zu verwenden.


Veganer, Vegetarier und Menschen, die Produkte aus Massentierhaltung ablehnen, werden hoffentlich noch genau beim nächsten Einkauf hinschauen, denn die meisten Kunststoffe sind alles andere als tierleidfrei. Was die wenigstens wissen: Kunststoffe werden nicht nur aus Erdöl produziert, sondern auch mit Zusatzstoffen versehen. Dabei werden auch Substanzen tierischen Ursprungs verwendet. Ganz konkret werden insbesondere Fettsäuren wie Kalziumstearate, Zinkstearate und Glycerol-Monostearate aus den Schlachtkörpern von Schafen, Rindern und gelegentlich Schweinen gewonnen. Im Endprodukt können bis zu 55 % dieser Zusatzstoffe enthalten sein. Im klassischen Polyethylen befinden sich etwa 100 bis 200 ppm (parts per million) einer langkettigen Fettsäure tierischen Ursprungs.


Im Jahr 2009 fand Swissveg nach eigener Recherche heraus, dass mindestens das Plastikgeschirr aus dem Supermarkt Spar sowie Plastikbecher und Plastikgabeln aus Polystyrol vom Migros aus Material mit tierischen Rohstoffen verkauft wird. Andere Händler, wie z.B. die Globus-Gruppe, konnten tierische Bestandteile wie Knochenleim, Seide, Emulgatoren auf Basis tierischer Fette usw. nicht ausschließen.


Sowohl auf den internationalen Märkten und in Ländern mit muslimischer oder jüdischer Bevölkerung wird immer lauter nach veganen Kunststoffen verlangt, um keine tierischen Bestandteile zu verwenden. Betroffen sind Produkte der Medizintechnik, Pharmazie, persönlichen Hygiene, Konsumgüter- und Haushaltsartikel. TPE-Compounds (Thermoplastische Elastomere) sind tierleidfreie Lösungen und werden bereits vielseitig verarbeitet, z.B. in Einweghandschuhen, Fußmatten, Yogamatten, Widerstandsbändern, Kabeldurchführungen, Menstruationstassen uvm.

Derzeit schaffen wir es in unserer modernen Gesellschaft nicht, sämtliche Kunststoffe zu verbannen. Daher brauchen wir zwingend faire Lösungen, für die Tiere nicht leiden müssen. Nicht nur die Industrie steht in der Verantwortung, tierleidfreie Optionen zu produzieren und optimierte Recyclingsysteme bereitzustellen. Genauso wichtig ist die Reduzierung von Plastikmüll im eigenen, privaten Haushalt.

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