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TCM - Nein, Danke!?

Als sehr wissensdurstiger Mensch liebe ich es mich fortzubilden und völlig neue Einblicke zu bekommen. Da ich mich sehr für fernöstliche Gesundheitssysteme und Körperarbeit interessiere, passte Shiatsu super zu mir. Vor einigen Jahren habe ich daher eine entsprechende Ausbildung gemacht. Shiatsu ist eine japanische Akupressurmassage mit dem Hintergrund der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin). So lernte ich die essentiellen Grundlagen der TCM während meiner Shiatsu-Ausbildung kennen. Die TCM klang vielversprechend. Ihre ganzheitliche Herangehensweise in der körperlichen und geistigen Gesundheit sprach mich sehr an. Vor über 4000 Jahren entstand die TCM während der Xia-Dynastie und gelangte ca. 500 v.u.Z. nach Japan. Die TCM gliedert sich in fünf Säulen:

  • Akupunktur und Moxibustion

  • Qigong (Bewegungstherapie)

  • Tuina (Massage-Therapie)

  • Diätetik (Lebensmitteln nach Heilwirkung)

  • Arzneimitteltherapie.

Seit 2019 ist TMC von der WHO (World Health Organisation) als medizinische Praxis anerkannt. Wissbegierig, wie ich es ja nun mal bin, befasste ich mich über meine Ausbildung hinaus mit den Ernährungsprinzipen der TCM und ganz besonders mit ihren Heilmitteln. Ganz begeistert war ich (und bin es immer noch!) von der vielseitigen Anwendung der Heilpilze und Pflanzen. Ebenso spannend ist die Akupunktur. Viele Akupunkturpunkte entsprechen den Triggerpunkten der modernen Physiotherapie. Heute wird Akupunktur weltweit praktiziert. Die Wirkung der Akupunktur beruht nach Aussage von TCM-Experten auf der Ausschüttung von Endorphinen, Kortison und entzündungshemmenden Substanzen, die der Körper durch das Einstechen der feinen Akupunkturnadeln freisetzt. Beim "Moxen" werden Akupunkturpunkte mit glühenden Kegel oder Zigarren aus Beifuß behandelt. Darüber hinaus werden Krankheiten mit natürlichen Substanzen pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Ursprungs behandelt. Und genau hier überschattet sehr viel Leid und Qual, die doch sonst auf Harmonie ausgerichtete TCM.


Tausende Pflanzenarten und über 1.500 Tierarten werden für die TCM zu teilweise wirksamen Medizinpräparaten, aber auch zu oftmals vollkommen nutzlosem Hokuspokus verarbeitet. Oft sind die Kräuter, Wurzeln, Blätter und Blüten mit gefährlichen Pestizidcocktails und Schwermetallen belastet. Übrigens gelten für hunderte der verwendeten Pflanzenarten zum Schutz der Bestände internationale Handelsbeschränkungen - das heißt ihre Verwendung ist illegal. Die Nachfrage nach den Produkten steigt weiterhin und so auch die Preise und der Verdienst jener, die für fragwürdige Zaubermittelchen kostbare Wildbestände in der Tier- und Pflanzenwelt zunehmend vernichten.


TCM steht für unfassbares Tierleid

Das älteste TCM-Rezept, bei dem eine Tiergallenblase -von Hund und Ochse- benutzt wurde, ist auf die Zeit der Zhou-Dynastie, 1046−221 v. u. Z. datiert. Wildtiere wie Schlangen, Elefanten und Bären) folgten in der Han-Dynastie (206 v. u. Z. bis 220 n. u. Z.). Seit jeher werden immer wieder Tiere zu Zwecken der (pseudo-)medizinischen Verwendung ausbeutet und getötet. Inzwischen ist auch die EU Absatzmarkt und Transitland für solch dubiose Produkte. Die Augen können wir also vor den Schattenseiten der TCM nicht schließen.


Zermahlene Skorpione, Nashornpulver, Seepferdchenmehl und Tigerhoden - es gibt kaum ein Tier, das vor dem Jahrhunderte altem Aberglauben sicher ist. Ihre Körperteile werden in Alkohol eingelegt oder zu Pulver, Salben und Tinkturen verarbeitet. Einige Tierarten werden u.a. wegen der starken Nachfrage seitens der TCM -oft illegal- gejagt. Ihre Bestände stehen auf der Internationalen Roten Liste der IUCN (Weltnaturschutzunion). Konkret bedeutet dies, die Tiere befinden sich kurz vor ihrer Ausrottung.


Auf sogenannten Bärenfarmen werden in China mehrere tausend Kragen- und Malaienbären in kleinsten Käfigen gehalten. Beide Bärenarten gelten als stark gefährdet. Den lebenden Tieren, die sich in den Gitterkäfigen oft nicht mal um ihre eigene Achse drehen können, wird bei vollem Bewusstsein ohne jegliche Betäubung Gallensaft abgesaugt. Ein- bis zweimal täglich müssen die wehrlosen Tiere die schmerzhafte Prozedur über sich ergehen lassen. Dazu wird entweder ein Plastikschlauch durch die Bauchdecke in die Gallenblase gespießt, um die Flüssigkeit abzuzapfen oder die Galle tropft aus operativ hergestellten Bauchöffnung, die permanent offen bleiben müssen. Im schlimmsten Fall müssen die auch Mondbären genannten Tiere diese Qualen 5, 10 oder sogar 20 Jahre über sich ergehen lassen - außer sie sterben schon vorher. Wenn du mehr zu dem Leid der Bären erfahren möchtest informiert die Stiftung für Bären darüber.

Bärengalle wird gemäß TCM bei Leber- und Gallebeschwerden, Hämorrhoiden, Augenbeschwerden, Entzündungen, bakterielle Infektionen, Krebs, Asthma, Gelbsucht, Koliken, Durchfall, Parasiten, Sinusitis und Fieber eingesetzt. Der Wirkstoff in der Bärengalle heißt Ursodeoxycholsäure und kann seit langer Zeit synthetisch hergestellt werden. Bären zu quälen ist also kein alternativloses Muss, sondern reine skrupellose Gier und der blinde Glaube aussschließlich Naturprodukte können heilen. Zu allem Überfluss empfahl die chinesische Regierung im März 2020 Tanreqing-Injektionen mit Bärengalle gegen Covid-19.


Sämtliche Seepferdchenarten sind durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES geschützt. Handel mit den kleinen Meeresbewohnern ist jedoch mit Erlaubnis möglich. 95% aller Seepferden werden für die TCM gehandelt. Präparate aus Seepferdchen werden in der TCM seit Jahrtausenden zur Behandlung von kranken Nieren, Durchblutungsstörungen und Impotenz eingesetzt. 90 Gesundheits- und Medizinprodukte enthalten Seepferdchen. Dafür werden jedes Jahr werden bis über 20 Millionen Seepferdchen der Natur entnommen und lebendig auf der Straße in der Hitze sterben gelassen (getrocknet). In Asien sind sie zudem ein beliebter Snack und die weltweite Nachfrage steigt weiter.