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Insekten als Nahrungsmittel

Für rund 2 Milliarden Menschen, vorwiegend in Asien, Südamerika und Afrika, stellen Insekten eine verlässliche Nahrungsquelle dar. Schon zu Urzeiten haben Menschen, genau wie Affen, die kleinen Krabbeltiere verzehrt.


Gekochte Larven, frittierte Zikaden und geröstete Heuschrecken sind bei weitem kein Zeugnis von Armut. In Kolumbien werden "dickarschige Ameisen" eine aphrodisierende Wirkung zugesprochen und in Mexiko gelten Escamoles – gekochte Ameisenlarven mit Öl und Knoblauch auf Tortillas serviert - als Delikatesse. Was in anderen Ländern üblich ist, löst hierzulande dich eher großen Ekel und Protest aus.


In Deutschland wird nicht nur in Veganerkreisen eine große Debatte aus, ob der Verzehr von Insekten neue Horizonte der Kulinarik öffnet oder entsetzlich eklig ist, diskutiert. Derzeit gibt es eine Übergangsregelung für das "Novell Food" (neuartige Nahrungsmittel). Wenn es nach der EU-Kommission unter der Präsidentschaft von Ursula von der Leyen geht, dann finden wir in Zukunft verschiedene Insekten bzw. Produkte aus ihnen in Backwaren, Getreideriegel, Teigwaren, Kekse, Getränke, Soßen und vielem mehr. Auch in den bei Vegetariern und Veganern beliebten Fleischersatzprodukten dürfen die Krabbeltierchen verarbeitet werden - damit sind diese dann natürlich nicht mehr vegan. Bisher hat die Europäische Kommission vier Zulassungen erstellt, um Insekten in Nahrungsmitteln zu verarbeiten:

  • "Mehlwürmer"

  • Wanderheuschrecken

  • Hausgrillen

  • "Buffalowürmer"


Von der Ausbeutung von Honigbienen und dem qualvollen Tod der Seidenraupen hast du vermutlich schon mal gehört. Doch wusstest du, dass in unzähligen Lebensmittel Läuse stecken? Ganz konkret wird aus Cochenille-Schildläusen schon seit Zeiten der Inkas ein natürlicher Lebensmittelfarbstoff hergestellt. Dieser ist heutzutage unter der Kennzeichnung E120 in Fleisch- und Wurstwaren, Surimi, Marinaden, Soßen, Konserven, Käse und anderen Milchprodukten, Gebäck, Glasuren, Tortenfüllungen, Marmeladen, Desserts, Süßigkeiten, Fruchtsäfte und alkoholischen Getränken wie zum Beispiel Campari und Wein zu finden. Auch in der Kosmetik wird E120 zum Beispiel zum Färben von Lippenstiften verwendet.

Wenn schon seit über 700 Jahren bis heute Schildläuse in Lebensmitteln verarbeitet werden und in anderen Ländern allerlei Insekten als Delikatesse gelten, warum wird dann wegen der neuen Zulassungen in der EU so ein Aufschrei gemacht, obwohl Insekten als proteinreiches neues Superfood angepriesen wird? Wir sollten uns diese Fragen stellen:

  • Woher kommt unsere Ablehnung? Ist sie berechtigt?

  • Bilden Insekten tatsächliche eine Alternative zu Fleisch?

  • Wie gesund sind Insekten wirklich?

  • Ist die Zucht, Haltung und der Verzehr von Insekten nachhaltig?

  • Entsteht dabei (Tier-)Leid?


Insekten als Nahrung
Frittierte Insekten (Thailand)

Warum wir Insekten essen könnten


Gelobter Nährwert

Insekten gelten als hochwertige Proteinquelle. Laut aktueller Angaben sind die Krabbeltierchen reich an wertvollen Omega-3-Fettsäuren und Vitamin B12. Der durchschnittliche Proteingehalt von Speiseinsekten liegt zwischen 13 und 61 % bezogen auf die Trockenmasse. Manche Arten sollen sogar mit bis zu 77 % Protein punkten. Ihr Energiewert, bezogen auf die Frischmasse, lässt mit der von Fleisch vergleichbar. Daher könnten Insekten als Fleischersatz dienen. Mit ihren hohen Gehalten ungesättigter Fettsäuren könnten Insekten sogar Fisch ersetzen. Laut dem Bundeszentrum für Ernährung enthalten Insekten viele wichtige Mikronährstoffe wie Kupfer, Eisen, Magnesium, Mangan, Phosphor, Selen und Zink, Folsäure sowie die Vitamine Riboflavin, Pantothensäure und Biotin. Chitin, als Hauptbestandteil der nicht verdaulichen Außenhülle von Insekten, wird hier als Bal