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Nur ein Gläschen ...

  • 12. Dez. 2022
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 3. Juli 2023

Noch immer hält sich der Märchen "Ein Glas Wein am Tag ist gesund" und wird von etlichen Menschen als Begründung für den täglichen Alkoholkonsum missbraucht.


Alkohol ist ein Zellgift und bekanntlich ungesund. An diesem Punkt gibt es selbst bei größter Rücksicht auf möglichen Genuss nichts zu rütteln. Beim Abbau von Alkohol in der Leber werden Zellen geschädigt. Außerdem wird Fett angesammelt. So kann mit der Zeit eine Fettleber, Gelbsucht, Leberzirrhose und sogar Leberkrebs entstehen. Übermäßiger Alkoholkonsum führt zu Nervenschädigungen, Schädigungen des Kleinhirns und Verschlechterung der Gehirnfunktion, Magenschleimhautentzündung, Darmkrebs, Magenkrebs, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sexuellen Störungen, Störungen der Blutbildung, einem schwachen Immunsystem und vielen weiteren körperlichen und psychischen Problemen. Es gibt keinen Zweifel - Alkohol ist ungesund.


Wein enthält Alkohol und ist deshalb nicht gesund, auch nicht in kleinen Mengen.


Woher stammt dann die Idee, das tägliche Glas Wein sei gesund?

Wein ist nichts anderes als vergorener Traubensaft.

Rote Trauben enthalten genau wie zum Beispiel Erdnüsse und Japanischer Staudenknöterich einen sekundären Pflanzenstoff namens Resveratrol. Dieser zählt zu den Polyphenolen, welche Pflanzen zur Abwehr von Schädlingen oder bei zu intensiver UV-Strahlung ausschütten. Den Polyphenolen wird eine antioxidative und entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben. Resveratrol wirkt wie Aspirin - es verbessert die Fließeigenschaften des Blutes und vermindert die Aktivität der Blutplättchen. Somit kann Resveratrol das Thromboserisiko senken. In Studien konnten eine positive Wirkung bei Arthritis und Autoimmunerkrankungen nachgewiesen werden. Im Tierversuch wurde das Wachstum von Tumoren gehemmt und die Zellalterung verlangsamt. Außerdem wurde eine präventive Wirkung gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen belegt.


Also ist Wein doch super? NEIN! Wie bereits beschrieben, ist Alkoholkonsum niemals gesund. Die Helios-Klinik beschreibt sogar, dass "regelmäßiger Alkoholkonsum (mehr als 10 Gramm Alkohol pro Tag, das entspricht einem Glas Wein à 125 ml mit ca. 10 % Alkohol)" das Risiko an (Brust-)Krebs zu erkranken erhöht. Aus ernährungsphysiologischer und medizinischer Perspektive gibt es kein Argument, das für den Weinkonsum spricht. Selbstverständlich ist jeder Erwachsene verantwortlich, für sein Befinden und niemand wird einem Weinliebhaber das Glas verbal aus der Hand schlagen. Wer Wein trinken möchte, möge sein Gläschen genießen - doch hört doch bitte auch das Märchen irgendwelcher gesundheitlichen Vorteile weiterzutragen. Wer auf die positive Wirkung von Resveratrol setzt, greift lieber zu Traubensaft und frischen Trauben, die schließlich ohne die unangenehmen Nebenwirkungen von Alkohol auskommen.

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