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Tapping bei chronischen Schmerzen

Mal ehrlich, chronische Schmerzen sind viel mehr als bloß ein bisschen nervig. Je nach Intensität schränken sie die Lebensqualität betroffener Menschen so stark ein, dass nicht nur Lebensfreude verloren geht. Schmerzmittel wirken irgendwann nicht mehr ausreichend und manchmal ist die Teilnahme an einem normalen Leben kaum noch möglich. Das Sozialleben leidet; Hobbies gehören der Vergangenheit an und oft muss sogar der Beruf aufgegeben werden. Abgesehen davon wollen viele Betroffene wegen der häufigen Komplikationen gern weniger oder im Idealfall gar keine Schmerzmittel nehmen. Die häufigsten Nebenwirkungen von Schmerzmitteln sind Schleimhautentzündungen, Geschwüre oder Blutungen im Magen-Darm-Trakt, Nierenprobleme, Leberschäden, erhöhtes Risiko von Herzinfarkten sowie Abhängigkeit samt Entzugserscheinungen.


Wie können EFT und TFT helfen?

Menschen, die über langen Zeitraum oder an wiederkehrenden Schmerzen leiden, entwickeln ein sogenanntes Schmerzgedächtnis. Selbiges vergleicht einen akuten Schmerz mit zuvor gemachten Schmerzerfahrungen. Daraus entsteht eine automatische Bewertung und ein daraus wiederum resultierendes Verhalten sowie Reaktionen des Körpers. Ängste, Erfahrungen, Erwartungen, Stress und Aufmerksamkeit beeinflussen das Schmerzempfinden. Für Menschen mit chronischen Schmerzen bedeutet dies, korrekt ausgeführte Klopftechniken können das Schmerzgedächtnis löschen. So ist Tapping zur Selbsthilfe geeignet, um Schmerzen erträglicher zu machen und zu mehr Lebensqualität zu gelangen. Zwar ersetzt Tapping keine ärztliche Behandlung, jedoch kann es andere Behandlungen sehr gut ergänzen.


Falls du den ersten Teil über EFT und TFT noch nicht gelesen hast und daher noch nicht weist, warum diese einfache Methode überhaupt wirkt, dann kannst du dich hier >>> informieren.


Tapping als Technik zur Linderung von Schmerzen entdeckte ich, als ich noch mit Lyme-Arthritis zu kämpfen hatte. Diese entsteht, wenn Borrelien-Bakterien, die durch Zeckenbisse übertragen werden, die Gelenke infizieren. Dabei kommt schubweise zu schmerzhaften Gelenkentzündungen und Schwellungen. Das war nicht nur arg lästig, sondern machte auch viele Alltagsbewegungen und ganz besonders meinen geliebten Sport an manchen Tagen fast unmöglich. Schon mal versucht mit geschwollenen, schmerzenden Fußballen zu laufen? Klappt nicht. Neben einer Lösung für die Borreliose selbst, musste ich parallel gegen die Schmerzen aktiv werden. Dann habe ich mich erinnert, dass mein EFT/TFT Ausbilder während des Kurses erzählte, dass er seine Frau Paula mit Tapping erfolgreich behandelt. Paula wurden durch einen schweren Autounfall sämtliche Wirbel gebrochen. Sogar im Nacken stellten ihre Ärzte Brüche fest und waren sich sicher, dass sie nur wenige Millimeter von einer dauerhaften Lähmung halsabwärts entfernt war. Sie hat überlebt und kann laufen. Trotz starker Medikamente, Physiotherapie und Akupunktur leidet sie bis heute an massiven Schmerzen. So erzählte mein Ausbilder von EFT/TFT und wie er mit dieser wunderbaren Methode seiner Frau immerhin kurzzeitig Schmerzlinderung verschafft. Nun, wenn das bei ihr gelingt, dachte ich mir, probiere ich es auch aus. Gesagt, getan. Bereits nach einmaliger Anwendung stellte ich eine deutliche Linderung meiner Schmerzen fest und konnte wieder auftreten. Nach drei Tagen aufeinander folgender Anwendung sogar noch mehr. Die Borreliose zu behandeln war natürlich ein anderes Thema.


Ich war von der doch so einfachen Methode dermaßen begeistert, dass ich fünf Freiwillige suchte, die unter meiner Anleitung testen wollten, wie gut sich chronische Schmerzen "weg klopfen" lassen. Natürlich ist diese kleine Testreihe keine wissenschaftliche Studie. Außerdem kann Tapping die ursprüngliche Schmerzursache nicht heilen. Wenn diese Methode jedoch Schmerzen für eine Weile reduzieren kann, dann wäre dies schon ein Erfolg. An unserer Testreihe nahmen drei Männer und drei Frauen teil. Einer der Männer litt unter Tumorschmerzen, da sein Krebsgeschwür bereits auf das umliegende Gewebe drückt, und ein weiterer beschrieb Phantomschmerzen nach der Amputation seiner Zehen. Zugegeben, das war ein bisschen tricky, da die vermeintlich schmerzenden Körperteile nicht mehr vorhanden sind. Der dritte Mann leidet unter Neuropathie - einer Erkrankungen der Nerven, die mit Kribbeln, Stechen, Brennen, Taubheitsgefühlen und Schmerzen einhergeht. Fibromyalgie, eine chronische Schmerzerkrankung, lautet die Diagnose einer der Damen. An dem Tag unserer Testsession schmerzten ihre Hüfte und die Schmerzen strahlten in den Oberschenkel hinein. Jahrelange Schmerzen nach einer Hüftluxations-Operation quälten eine weitere Dame. Die ursächliche Problematik bestand schon seit dem Kindesalter. Die dritte Frau klagte seit Jahren über so massive Verspannungen um Schulterbereich und oberen Rücken, dass sie eine permanente Fehlhaltung einnimmt und inzwischen nicht einmal mehr den Kopf normal bewegen konnte. Jeder der sechs Teilnehmer hatte eine lange Odyssee hinter sich, die man wirklich niemandem wünscht.


Natürlich hatten alle Teilnehmer zuvor schon verschiedene Lösungsansätze versucht. Soweit möglich werden die Ursachen ärztlich behandelt. Sie haben Schmerzmittel eingenommen. Zwei der Teilnehmer hatten sogar schon Akupunktur ausprobiert - leider erfolglos (meine Vermutung ist, dass hier die aktive, bewusste Verknüpfung mit dem Schmerz bzw. Schmerzgedächtnis fehlt und daher keine Schmerzlinderung eingetreten ist). Teilweise fühlten sie nicht ernst genommen und wollten nun ihr Befinden selbst in die Hand nehmen. Sie alle haben sich letztendlich gewünscht, einen Weg zu finden, der ihnen die chronischen Schmerzen nimmt. Wenigstens für eine Weile. Um einfach einen Moment lang nicht aushalten zu müssen, sondern ein Stückchen Leben zurückzugewinnen.