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Tapping bei chronischen Schmerzen

  • 11. Dez. 2022
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 3. Juli 2023

Mal ehrlich, chronische Schmerzen sind viel mehr als bloß ein bisschen nervig. Je nach Intensität schränken sie die Lebensqualität betroffener Menschen so stark ein, dass nicht nur Lebensfreude verloren geht. Schmerzmittel wirken irgendwann nicht mehr ausreichend und manchmal ist die Teilnahme an einem normalen Leben kaum noch möglich. Das Sozialleben leidet; Hobbys gehören der Vergangenheit an und oft muss sogar der Beruf aufgegeben werden. Abgesehen davon wollen viele Betroffene wegen der häufigen Komplikationen gern weniger oder im Idealfall gar keine Schmerzmittel nehmen. Die häufigsten Nebenwirkungen von Schmerzmitteln sind Schleimhautentzündungen, Geschwüre oder Blutungen im Magen-Darm-Trakt, Nierenprobleme, Leberschäden, erhöhtes Risiko von Herzinfarkten sowie Abhängigkeit samt Entzugserscheinungen.


Wie können EFT und TFT helfen?

Menschen, die über langen Zeitraum oder an wiederkehrenden Schmerzen leiden, entwickeln ein sogenanntes Schmerzgedächtnis. Selbiges vergleicht einen akuten Schmerz mit zuvor gemachten Schmerzerfahrungen. Daraus entsteht eine automatische Bewertung und ein daraus wiederum resultierendes Verhalten sowie Reaktionen des Körpers. Ängste, Erfahrungen, Erwartungen, Stress und Aufmerksamkeit beeinflussen das Schmerzempfinden. Für Menschen mit chronischen Schmerzen bedeutet dies, korrekt ausgeführte Klopftechniken können das Schmerzgedächtnis löschen. So ist Tapping zur Selbsthilfe geeignet, um Schmerzen erträglicher zu machen und zu mehr Lebensqualität zu gelangen. Zwar ersetzt Tapping keine ärztliche Behandlung, jedoch kann es andere Behandlungen sehr gut ergänzen.


Falls du den ersten Teil über EFT und TFT noch nicht gelesen hast und daher noch nicht weißt, warum diese einfache Methode überhaupt wirkt, dann kannst du dich hier >>> informieren.


Tapping als Technik zur Linderung von Schmerzen entdeckte ich, als ich noch mit Lyme-Arthritis zu kämpfen hatte. Diese entsteht, wenn Borrelien-Bakterien, die durch Zeckenbisse übertragen werden, die Gelenke infizieren. Dabei kommt schubweise zu schmerzhaften Gelenkentzündungen und Schwellungen. Das war nicht nur arg lästig, sondern machte auch viele Alltagsbewegungen und ganz besonders meinen geliebten Sport an manchen Tagen fast unmöglich. Schon mal versucht, mit geschwollenen, schmerzenden Fußballen zu laufen? Klappt nicht. Neben einer Lösung für die Borreliose selbst, musste ich parallel gegen die Schmerzen aktiv werden. Dann habe ich mich erinnert, dass mein EFT/TFT Ausbilder während des Kurses erzählte, dass er seine Frau Paula mit Tapping erfolgreich behandelt. Paula wurden durch einen schweren Autounfall sämtliche Wirbel gebrochen. Sogar im Nacken stellten ihre Ärzte Brüche fest und waren sich sicher, dass sie nur wenige Millimeter von einer dauerhaften Lähmung halsabwärts entfernt war. Sie hat überlebt und kann wieder laufen. Trotz starker Medikamente, Physiotherapie und Akupunktur leidet sie bis heute an massiven Schmerzen. So erzählte mein Ausbilder von EFT/TFT und wie er mit dieser wunderbaren Methode seiner Frau immerhin kurzzeitig Schmerzlinderung verschafft. Nun, wenn das bei ihr gelingt, dachte ich mir, probiere ich es auch aus. Gesagt, getan. Bereits nach einmaliger Anwendung stellte ich eine deutliche Linderung meiner Schmerzen fest und konnte wieder auftreten. Nach drei Tagen aufeinander folgender Anwendung sogar noch mehr. Die Borreliose zu behandeln, war natürlich ein anderes Thema.


Ich war von der doch so einfachen Methode dermaßen begeistert, dass ich fünf Freiwillige suchte, die unter meiner Anleitung testen wollten, wie gut sich chronische Schmerzen "weg klopfen" lassen. Natürlich ist diese kleine Testreihe keine wissenschaftliche Studie. Außerdem kann Tapping die ursprüngliche Schmerzursache nicht heilen. Wenn diese Methode jedoch Schmerzen für eine Weile reduzieren kann, dann wäre dies schon ein Erfolg. An unserer Testreihe nahmen drei Männer und drei Frauen teil. Einer der Männer litt unter Tumorschmerzen, da sein Krebsgeschwür bereits auf das umliegende Gewebe drückt, und ein weiterer beschrieb Phantomschmerzen nach der Amputation seiner Zehen. Zugegeben, das war ein bisschen tricky, da die vermeintlich schmerzenden Körperteile nicht mehr vorhanden sind. Der dritte Mann leidet unter Neuropathie - einer Erkrankung der Nerven, die mit Kribbeln, Stechen, Brennen, Taubheitsgefühlen und Schmerzen einhergeht. Fibromyalgie, eine chronische Schmerzerkrankung, lautet die Diagnose einer der Damen. An dem Tag unserer Testsession schmerzten ihre Hüfte und die Schmerzen strahlten in den Oberschenkel hinein. Jahrelange Schmerzen nach einer Hüftluxation-Operation quälten eine weitere Dame. Die ursächliche Problematik bestand schon seit dem Kindesalter. Die dritte Frau klagte seit Jahren über so massive Verspannungen im Schulterbereich und oberen Rücken, dass sie eine permanente Fehlhaltung einnimmt und inzwischen nicht einmal mehr den Kopf normal bewegen konnte. Jeder der sechs Teilnehmer hatte eine lange Odyssee hinter sich, die man wirklich niemandem wünscht.


Natürlich hatten alle Teilnehmer zuvor schon verschiedene Lösungsansätze versucht. Soweit möglich, werden die Ursachen ärztlich behandelt. Sie haben Schmerzmittel eingenommen und zwei der Teilnehmer hatten schon Akupunktur ausprobiert - leider erfolglos (meine Vermutung ist, dass hier die aktive, bewusste Verknüpfung mit dem Schmerz bzw. Schmerzgedächtnis fehlt und daher keine Schmerzlinderung eingetreten ist). Teilweise fühlten sie nicht ernst genommen und wollten nun ihr Befinden selbst in die Hand nehmen. Sie alle haben sich letztendlich gewünscht, einen Weg zu finden, der ihnen die chronischen Schmerzen nimmt. Wenigstens für eine Weile. Um einfach einen Moment lang nicht aushalten zu müssen, sondern ein Stückchen Leben zurückzugewinnen.


In unserer Testreihe haben wir auf Affirmationen, wie sie sonst in EFT Sessions angewendet werdet, komplett verzichtet. Das heißt, die Teilnehmer wurden von mir zu einer Variante des EFT und TFT angeleitet, die von den Inhalten des Entwicklers Gary Craig abweicht. In einer besonderen Klopfroutine wurden Techniken aus EFT und TFT kombiniert angewandt. Für die Teilnehmer war EFT/TFT völliges Neuland. Nur eine der Damen kannte Tapping. Aber sie hatte es bisher noch nie im Kampf gegen ihre Schmerzen eingesetzt. In Einzelsession hat jeder von diesen Menschen die einzelnen Klopfpunkte, welche weitgehend identisch mit Akupunkturpunkten sind, kennengelernt und sich dann bewusst den eigenen Schmerzen gestellt. Und dann wurde geklopft, geklopft und geklopft. Um die Wirksamkeit zu verstärken, führten wir zwei Durchgänge direkt nacheinander aus. Durch die Wiederholung des neu Erlernten konnte das Gehirn diese Impulse optimal integrieren.


Wir alle waren verblüfft, wie wirksam diese doch so einfache Methode ist! So berichteten ausnahmslos alle Personen von einer sofortigen, spürbaren Verbesserung ihrer Situation. Für manche ging dies mit einem größeren Bewegungsradius einher. Für alle bedeutete es drei bis vier Stunden bzw. für zwei von ihnen ganze 12 Stunden lang nahezu schmerzfrei zu sein! Ein halber Tag ohne Schmerzen! Wow! Für normal-gesunde Menschen mag das belanglos klingen, doch im Leben eines Menschen mit chronischen Schmerzen ist bereits eine Stunde ohne die üblichen Schmerzen ein riesiger Gewinn. Die Dame mit den Schmerzen im oberen Rücken konnte direkt nach der Session ihren Kopf sehr gut in alle Richtungen bewegen und die Schultern locker absinken lassen. Das erste Mal seit Jahren! Stell dir vor, dein Hals wäre in einem Korsett fixiert und jeder Versuch diesen Bereich zu bewegen wird mit massiven Schmerzen quittiert. So ungefähr muss es sich zuvor angefühlt haben. Mit dieser Klopfroutine konnten wir das "Schmerzkorsett" auflösen. Am Folgetag sind bei dieser herzlichen Frau ein paar Tränen geflossen - so groß waren die vorherige emotionale Belastung. Selbst die Dame mit Fibromyalgie konnten nachlassende Schmerzen verzeichnen. Sie berichtete, dass sie sogar wieder ihren Garten pflegen kann, was vorher wegen der schmerzhaften Auswirkungen ihrer Krankheit so nicht möglich war. Eine andere Teilnehmerin schickte mir dieses Feedback:

"Schon die erste Anwendung hat meine Schmerzen erheblich reduziert. Ganz sicher werde ich dran bleiben, denn obendrein fühlte ich mich erfrischt und fit für den Rest des Tages. Das ist sehr wertvoll für mich."

Mit allen sechs Teilnehmern wurde vereinbart, die Tapping-Routine zur Linderung chronischer Schmerzen an 21 aufeinanderfolgenden Tage ein- bis zweimal täglich auszuführen. Die Tumorschmerzen des Krebspatienten flachten so weit ab, dass er in Rücksprache mit seinem Arzt die Schmerzmittel aussetzen konnte. Die Dame mit Fibromyalgie erzählte mir vor Kurzem, sie könne sich jetzt anderen "Baustellen" zu wenden, da das Problem an der Hüfte nicht mehr besteht. Phantomschmerzen spürt der Mann mit den amputierten Zehen inzwischen gar nicht mehr. Kurz gesagt, alle Personen, die an diesem völlig risiko- und nebenwirkungsfreiem Selbstexperiment teilnahmen, konnten mit EFT/TFT das Schmerzgedächtnis ihres Körpers löschen und ihr Befinden selbstwirksam verbessern.





Hinweis: Dieser Artikel kann und will die Diagnose, Beratung und Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen. EFT und TFT können die ursächliche Krankheit nicht heilen! Viel mehr kann diese Methode eine Ergänzung zur bestehenden Therapie darstellen. Bitte setze Medikamente nicht eigenständig ab, sondern besprich dich stets mit deinem Arzt.

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