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Zucker? Kohlenhydrate? Geliebt und gefürchtet!

Statista benennt einen Pro-Kopf-Zuckerverbrauch im Jahr 2020/21 von 32,5 Kilogramm! Heute löffeln die meisten Menschen massenweise Zucker in den Kaffee, in den Kuchen, in den Joghurt usw. Wenn wir heute von Zucker reden meinen wir in der Regel raffinierten Haushaltszucker - die weißen Kristalle. Dabei gibt es so viele weitere "Zuckerfallen", die all zu gern übersehen werden.


Wo steckt denn Zucker drin?

Zucker versteckt sich oft dort, wo man ihn nicht vermutet. Denn Zucker ist nicht nur der weiße Haushaltszucker. Zu den Sacchariden oder Kohlenhydraten, die Fachbegriffe für Zucker, zählen jede Menge weitere Stoffe, die in Milch, Obst und Gemüse, in Hülsenfrüchten und Getreiden stecken. Fisch und Fleisch enthalten keine Kohlenhydrate. Wir unterscheiden folgende Zuckerarten:


  • Einfachzucker (Monosaccharide) - dazu gehören Glukose (Traubenzucker), Galactose und Fruktose (Fruchtzucker). Sie sind die Bausteine aller Kohlenhydrate und können sich zu Disacchariden (Zweifachzuckern), Oligosacchariden (Mehrfachzuckern) oder Polysacchariden (Vielfachzuckern) verbinden. Zum Beispiel bilden Fruktose und Glukose zusammen die Saccharose.

  • Disaccharide (Zweifachzucker) sind organisch-chemische Verbindungen aus der Gruppe der Kohlenhydrate. Lactose gehört zu dieser Gruppe. Saccharose findet sich in Obst und vielen Frucht- und Gemüsesäften; aus Zuckerrohr oder Zuckerrüben wird er als Haushaltszucker gewonnen. Maltose (Malzzucker) wird durch die Aufspaltung von z.B. Stärke frei und zählt ebenso zu den Disacchariden. In der Natur ist Saccharose allgegenwärtig: Zuckerrüben, Bananen, Datteln, Pfirsichen, Ananas usw. Haushaltszucker wird durch Raffination von Saccharose hergestellt. Dabei wird der Zucker gereinigt und aufgehellt, verliert dabei aber auch alle Mineralien.

  • Vielfachzucker (Polysacchariden) ist vor allem als Stärke bekannt. Sie ist ein natürlicher Bestandteil vieler Nahrungsmittel, zum Beispiel in Kartoffeln, Nudeln und Reis. Aus dieser Stärke holt sich der Körper Energie für seine Zellen, indem er sie in einfache Zuckermoleküle zerteilt.


Zucker ist der Sammelbegriff für süß schmeckende, lösliche Kohlenhydrate. Alle Zucker zählen zu den Kohlenhydraten. Aber nicht jedes Kohlenhydrat ist Zucker. Ballaststoffe werden in der Nährwertkennzeichnung nicht zu den Kohlenhydraten gezählt, auch wenn die meisten Ballaststoffe aus chemischer Perspektive Kohlenhydrate sind.

Der menschliche Körper braucht Kohlenhydrate, denn sie sind sein wichtigster Energielieferant. Beim Verdauungsvorgang in Magen und Darm werden Kohlenhydrate zerlegt. Nach der Aufnahme in die Blutbahn sind diese dann als Blutzucker (Blutglukose) nachweisbar. Aus der Glukose können Körperzellen Energie gewinnen, deshalb muss jedes Kohlenhydrat letztendlich in Traubenzuckermoleküle (Glukose) abgebaut bzw. umgewandelt werden, um zur Energiegewinnung bereitzustehen. Ohne sie ist der Mensch nicht lebensfähig.


Mutter Natur hat die meisten Lebensmittel mit unterschiedlichen Zuckerarten (Glucose, Fructose etc. ), aus denen letztlich ebenfalls Glucose entsteht, ausgestattet. Zucker bzw. Kohlenhydrate sind nicht grundsätzlich schlecht, sondern lebenswichtig. Klingt nach einem "aber"? Richtig, denn zu viel davon, macht krank. Zu viel Zucker überfordert die Bauchspeicheldrüse und die Leber, wodurch ernsthafte Erkrankungen entstehen können. Zu viel Zucker belastet die Verdauung, irritieren das Hautbild und beschleunigt die Alterung. Der Körper wandelt die Kohlenhydrate in Glykogen um, das dann in der Leber und den Muskelzellen gespeichert wird. Sind diese Speicher voll, verwandelt er den Überschuss in Fett um und zack, das Hüftgold lässt grüßen!

Gehört Zucker nun auf den Teller oder doch nicht?

Natürlicher Zucker kommt in einem Lebensmittel niemals isoliert vor, sondern befindet sich immer im natürlichen Verbund mit unterschiedlichen Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen. Trotz dieser guten Kombination können riesige Mengen den Organismus überlasten und Schaden anrichten. Zu viel Zucker führt zu Karies, Übergewicht und auf Umwegen auch zu Bluthochdruck, Diabetes Typ II, Darmerkrankungen und und und.


Der übliche weiße Haushaltszucker kann, darf und sollte sehr gern komplett vom Speiseplan verschwinden. Umso weniger Kristallzucker der Nahrung hinzugefügt wird, umso besser, insbesondere, wenn du schon an Übergewicht oder einer Stoffwechselerkrankung leidest. Saccharose wird schnell aufgenommen und der Körper speichert ihn sogar gut. Für einen Menschen, der unter Mangelbedingungen lebt, ist das ideal. Wer dagegen in unserer Überflussgesellschaft lebt riskiert gesundheitliche Probleme. Haushaltszucker sollte daher kein Grundnahrungsmittel sein. Besser ist es, wenn du deinen Bedarf durch naturbelassene Kohlenhydrate deckst, die du in einer ausgewogenen Ernährung in ausreichende Menge vorfindest.