Bewegung statt Pille

"Use it or lose it" (benutze es oder verliere es) oder wie unsere Großeltern gesagt haben: "Wer rastet, der rostet". Wie auch immer man es formulieren möchte, wer sich nicht ausreichend bewegt wird schneller von Alterungs- und Abbauprozessen sowie diversen Krankheiten betroffen sein. Moderne Analysen zeigen, dass gezielte Bewegung genauso gut und in manchen Fällen sogar besser vor Erkrankungen schützen kann als gängige Medikamente (*1).


Bewegen, bewegen, bewegen – ja, vielleicht willst du es schon nicht mehr hören.

Fakt ist: In Bewegung zu sein und zu bleiben ist wirklich wichtig für deinen Körper und dein gesamtes Befinden. Bewegungsmangel und einseitige Belastung führen langfristig zu Muskelverspannungen, verklebten Faszien, Gewichtszunahme und diversen Krankheiten. Bewegungsmangel ist eine der drei häufigsten Ursachen für Zivilisationskrankheiten, wie z. B. Bluthochdruck, Diabetes Typ II, koronare Herzkrankheit und Fettleibigkeit. Auch psychologische Erkrankungen wie Depressionen, Frustration und Aggressionen stehen oft sehr eng mit unzureichender Bewegung in Verbindung.


Bewegung bedeutet Leben

Ältere und auch naturheilkundliche Gesundheitssysteme sprechen von Energien - Prana, Qi, Yin und Yang - die harmonisch fließen müssen, damit Gesundheit bestehen bleibt.

Doch auch die westliche Medizin erklärt, unser gesamter Organismus ist ständig in Bewegung: Unser Herz pumpt fortwährend Blut und darin gebundenen Sauerstoffe und Nährstoffe durch den Körper, Muskeln bewegen die Lymphflüssigkeit, Nervenbahnen leiten in Bruchteilen von Sekunden Informationen zum Gehirn. In jeder kleinen Zellen findet Bewegung statt. Um dieses komplexe System "im Fluss" zuhalten ist sinnvolle Bewegung eine tragende Säule zur nachhaltigen Gesunderhaltung.


Bewegung ist eine der wichtigsten Säulen zur Erhaltung und Förderung der persönlichen Gesundheit

Anhaltender Stress und wenig oder einseitige Bewegung sowie damit verbundene Schon- und Fehlhaltungen sind die traurigen Merkmale unserer modernen hoch technischen Welt. Körperhaltungen, die aufgrund von falschen Bewegungsmustern eingenommen und verinnerlicht werden, beeinflussen dich auf körperlicher und psychischer Ebene negativ. Ob TCM, Ayurveda oder westliche "Schulmedizin" – sie alle sind sich in diesem Punkt einig.

Warum ist das so? Der menschliche Körper ist von Natur aus geschaffen, um ständig in Bewegung zu sein. Unsere Urahnen mussten stunden- und tagelang umherwandern, auf der Suche nach Nahrung. Dieses Erbe ist in uns allen tief verankert, auch wenn wir heute nur noch bis nächsten Supermarkt gehen müssen und dort eine Fülle an Nahrung zu jeder Jahreszeit vorfinden. Der menschliche Körper wurde dafür geschaffen täglich 20-30km zu gehen! Du kannst dir vermutlich ausmalen, wie schnell der gesamte Organismus beeinträchtigt wird, wenn du nicht ausreichend körperlich aktiv bist.


Was mit deinem Körper passiert

Wer den eigenen Körper nicht regelmäßig fordert, schaltet auf "Sparflamme". Neben gesunder Muskelmasse verschwindet auch die Kondition. Klingt erstmal nicht so schlimm? Schau etwas genauer hin:

  • Ein untrainierter Herzmuskel führt zu schlechterer Atmung und Sauerstoffversorgung. Dies wirkt sich auf die Versorgung aller Organe aus - mögliche Folgen sind eine geringere Ausdauer, Leistungsabfall, allgemeine Schwäche und Müdigkeit bis hin zur Einschränkung der Organfunktionen. Alle Organe im menschlichen Körper brauchen regelmäßig angemessene Belastung und Bewegung, um fit und leistungsfähig zu bleiben.

  • Unreine Haut

  • Übergewicht inkl. weiterer Folgen

  • Schwellung der Beine

  • Höheres Risiko für Krampfadern und Durchblutungsstörungen

  • Höheres Risiko für Diabetes

  • Höchstes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Schlaganfälle und Thrombose

  • Bänder und Sehnen verkümmern. Dies trägt zu Verspannungen, Schmerzen und langfristig zu Haltungsschäden (Verschleiß) und noch mehr Bewegungseinschränkungen bei.

  • Schwache Muskeln bedeuten weniger Stabilität der Gelenke und somit ein steigendes Verletzungsrisiko.

  • Zu wenig Bewegung fördert außerdem Osteoporose (Knochenschwund). Bei dieser Krankheit nimmt die Knochendichte ab. Du wirst anfälliger für Brüche.

  • Auch deine Wirbelsäule verkümmert durch zu viel sitzen und/oder einseitige Belastung. Das hat sehr häufig Fehlhaltungen zur Folge. Am häufigsten sieht man den Rundrücken. Nicht selten sind Bandscheibenvorfälle die Folge.

  • Gelenkverschleiß kommt nicht nur durch Überlastung sondern auch durch einen Bewegungsmangel. Durch zu wenig körperliche Aktivität wird die Versorgung Knorpelgewebes verringert und die Wahrscheinlichkeit an einer Arthrose zu erkranken steigt.

  • Erhöhtes Krebsrisiko

  • Weltweit sterben mehr Menschen an Bewegungsmangel als an Rauchen - jedes zehnte Ableben ist den Folgen unzureichender Bewegung geschuldet (*2).


Prävention bedeutet in erster Linie Arbeit an sich selbst

Gesunde Ernährung, guter Schlaf, mehr und sinnvolle Bewegung, bewusste und aktive Entspannung und der achtsame Umgang mit dir selbst bilden die tragenden Säulen eines nachhaltigen Konzepts zum Erhalt deiner Gesundheit. Nachhaltigkeit bedeutet auch die Änderung von Gewohnheiten oder der Einstellung zu gewissen Dingen. Verschiedene präventive Körperübungen und Anregungen zur Selbsthilfe bilden eine solide Basis, um Verantwortung für dein Befinden zu übernehmen.


Bei Bewusst.Gesund.Leben. kannst du aus verschiedenen Fitnessmodulen auswählen, um (wieder?) Bewegung in dein Leben zu bringen. Du wirst hier nicht zum Marathonläufer und auch nicht zum Profisportler oder Bodybuilder trainiert. Aber du hast die Möglichkeit mit leicht umsetzbarem Übungen deinen "Allerwertesten" vom Sofa zu erheben und deine Gesundheit zu stärken. Auch wenn du bisher noch nie Yoga gemacht hast, noch nie gejoggt bist, kein Fahrrad besitzt und auch noch nie ein Fitnessstudio von Innen gesehen hast - ganz egal, wo du heute stehst, Bewusst.Gesund.Leben. begleitet dich auf deinem Weg zu mehr Wohlbefinden und Vitalität.




 

**Wichtiger Hinweis**

Dieser Artikel kann und will die Diagnose, Beratung und Behandlung durch einen Arzt oder eine Ärztin nicht ersetzen. Im Krankheitsfall wende dich bitte an einen Mediziner.

Quellen

*1- Analyse von Huseyin Naci (v.d. London School of Economics and Political Science) und John Ioannidis (v.d. Standford University). 01.Oktober 2013 veröffentlicht im British Medical Journal

*2 - 2017 American College of Physicians, Study:"Patterns of Sedentary Behavior and Mortality"