Darmsanierung - Teil II

Aus Sicht der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin)

In Asien erkannte man bereits vor Tausenden von Jahren, wie wichtig, das Verdauungssystem für unsere Gesundheit ist. Eine Störung unserer "Mitte" (Verdauung) hat Folgen für unser gesamtes Organsystem. Dementsprechend konzentrieren sich ganze Gesundheitssysteme auf die Ernährung. Die Ernährung kann eine Krankheit begünstigen oder hervorrufen, wenn sie über einen bestimmten Zeitraum nicht im Einklang mit den Elementen und Energien steht.


Im Kontext "Darmsanierung"

  • Dickdarm (Metall-Element) = Trauer, Abschied, Loslassen (sowohl körperlich als auch seelisch)

  • Partner-Organ des Dickdarms ist die Lunge (auch hier geht es um den Wechsel innen-außen, aufnehmen-loslassen).

  • Dünndarm (Feuer-Element): Freude, Entzündungen, Schilddrüse, Unverträglichkeiten, Aufnahme von Nährstoffen

  • Partner-Organ des Dünndarms ist das Herz.


In der TCM ist die korrekte Ernährung gemäß der Fünf Elemente eine tragende Säule. Dementsprechend werden den Elementen auch Nahrungsmittel, Gewürze und Geschmack zugeordnet (Nahrungsmittellisten gemäß TCM können im Internet abgerufen werden). So wird z.B. der süße Geschmack dem Erd-Element zugeordnet, kühles Bier und warmer Glühwein dem Feuer-Element und Störungen im Metall-Element zeigen sich im Dickdarm oder der Lunge. Ganz wichtig - In der TCM sind die Organe energetisch und nicht physisch zu verstehen.


Wenn eine Blockade im Holz-, Feuer-, Erd- oder Metall-Element vorliegt, führt dies zu Verdauungsstörungen. Ist das Verdauungs-Qi nicht stark genug, kann physische und psychische Nahrung nicht korrekt verarbeitet werden. Hautkrankheiten, Krebs, Hypertonie, Diabetes - all dies wird in der TCM mit Blockaden oder Störungen im Verdauungssystem verknüpft. Eine solche Störung kann eine unvorteilhafte Ernährung, die Einnahme von Antibiotika, Stress und vieles mehr sein.

In der TCM gibt es keine Darmsanierung im westlichen Sinne und es werden auch keine Probiotika eingenommen. Stattdessen wird mit Bitterstoffen gearbeitet, um den Darm und seine Ausscheidungsaktivität zu stimulieren. Ziel ist es, die Eigenabwehr zu aktivieren, damit nur der gesunde Teil zurückbleibt. Insgesamt hat die TCM die Absicht präventiv zu sein, und im Krankheitsfall eher die Ursache im eigenen Immunsystem zu beheben (Selbstheilung aktivieren) statt symptomatisch zu behandeln. Die TCM rät von Abführmitteln ab, da diese die Eigenleistung des Darms schwächen.

Da die TCM sehr auf die individuelle Situation eingeht und eine äußerst umfassende Diagnostik kennt, kann ich an dieser Stelle nur allgemeine Hinweise zur Stärkung und Gesunderhaltung des Darmes aus Sicht der TCM weitergeben. Insgesamt ist erwünscht, dass der Darm in seiner Aktivität gefördert wird und die Darmschleimhaut gesund bleibt. Auf diese Weise ist ein immenser Teil zur Erhaltung der Gesundheit getan.


Den Darm gesund halten

  • Stress reduzieren

  • Die Seele pflegen (z.B. durch Meditation, Qi Gong)

  • Gesunde Bewegung (Spazieren, schwimmen, Qi Gong etc.)

  • Hara-Massage (spezielle Bauchmassage, um Blockaden zu lösen)

Kräutertees

  • Kamille, Fenchel, Anis, Kardamom, Minze, Melisse, Rosmarin und Rose

  • Dill und Kümmel (auch für Kinder geeignet)

Warmes Ingwerwasser

Zwei bis drei Scheiben frischen Ingwer auf 1l heißes Wasser geben. Langsam und in kleinen Schlucken trinken. Erst durch die Regelmäßigkeit erhält der Darm den Impuls tätig zu werden.

Achtung: Nicht bei Sodbrennen trinken, Vorsicht bei zeitgleicher Einnahme von Blutverdünnern, nicht während der Menstruation, nicht während der Schwangerschaft!


Bitterstoffe

Mit Bitterstoffen wird der Darm zur Selbstreinigung und Regeneration der Schleimhaut stimuliert. Besonders geeignet dafür sind Rhabarber (Stange und Wurzel), Löwenzahn, Chicorée, Brennnessel, Giersch, Kurkuma , Senfkörner, Thymian, Estragon, Zimt, Artischocken, Ingwer, Oliven und Auberginen.


Weitere TCM-Hinweise für einen gesunden Darm

  • Regelmäßige, gekochte Mahlzeiten

  • Reduzierung von Zucker und Milchprodukten

Im Gegensatz zu anderen Ernährungsmodellen wird in der TCM zur Darmsanierung kein Joghurt empfohlen, da dieser als sehr kühlend und stark befeuchtend gilt, d.h. schwer bekömmlich ist.

Sofern Joghurt konsumiert wird, sollte Naturjoghurt in Bio-Qualität ohne extra hinzugefügte Probiotika verzehrt werden. Übrigens - frisch hergestellter Kefir ist sehr viel besser als pasteurisierter Joghurt.


Was sind....?

  • Probiotika sind lebende Bakterien, die z.B. durch Fermentieren von Nahrungsmitteln entstehen.

  • Präbiotika sind unverdauliche Nahrungsbestandteile, die das Überleben der Probiotika fördern.

Achtung- Sobald ein Nahrungsmittel pasteurisiert ist, bleibt die heilsame Wirkung aus.


Alternativen zum Joghurt sind Misopaste, Misosuppe, Pastinaken, gekochter kalter Reis, rohes Sauerkraut, Pastinaken, gekochte kalte Kartoffeln, Chicorée, naturbelassener Apfelessig, Artischocken, Lauch und Frühlingszwiebeln, Schwarzwurzel, Sojasauce , fermentierte Nahrungsmittel, Kombucha, Brottrunk, "Wasser-Kefir".

  • Die genannten Nahrungsmittel sollten in kleinen Mengen, aber regelmäßig verspeist werden, um den Darm langfristig gesund zu erhalten. Wegen des hohen Salzgehaltes sollte nicht zu viel davon gegessen werden.

  • Es gilt:


Vor dem Essen bittere Stoffe (z.B. Wildkräuter), nach dem Essen etwas süßes (z.B. Fruchtsaft)


TCM-Darmkur mit Kuzu

Das kreideweiße Bindemittel Kuzu wird aus einer Wurzel hergestellt und dient eigentlich zum Binden von Suppen, Saucen usw. Da es die Darmflora stärkt, den Darm reinigt und die Magenschleimhäute fördert, ist es eine wunderbare Ergänzung beim Kochen. Laut TCM wirkt Kuzu kühlend auf den Magen, stärkt das Yin und das Milz-Qi. Nach einer Antibiotikaeinnahme kann 1 bis 2 Wochen lang täglich 1 EL Kuzu eingenommen werden. Dazu einfach 1EL Kuzu in ein bisschen kaltem Wasser auflösen und dann in Wasser oder Apfelsaft kurz aufkochen und trinken.