Darmsanierung - Teil I

Bei einer Darmsanierung stehen die Entgiftung des Dickdarms und der anschließende Wiederaufbau einer guten Darmflora im Vordergrund. Eine Darmsanierung dauert zwischen 2 Wochen und 3 Monaten. In den meisten Fällen ist bereits nach 2 Wochen eine deutliche Verbesserung zu spüren.


Doch warum überhaupt eine Darmsanierung durchführen?

Der Darm ist nicht nur für unsere Nährstoffaufnahme und Ausscheidung von Abbauprodukten verantwortlich. Er bildet eine Barriere gegen viele Krankheitserreger, Giftstoffe und unverdaute Stoffe. Im Darm werden wichtige Hormone wie zum Beispiel Serotonin, Dopamin und Melatonin gebildet. Außerdem sitzen Darm viele Mikroorganismen wie z. B. Laktobakterien und Bifidobakterien, die von größter Bedeutung für unsere Gesundheit sind. Sie sitzen in den Schleimhäuten der Darmwände und benötigen ein saures Milieu, um dort ihre Aufgaben erfüllen zu können. Forscher nennen dieses Konstrukt Mikrobiom. Der Darm ist somit ein immens wichtiger Teil unseres Immunsystems. Viele Krankheiten und einzelne Symptome lassen sich auf ein Ungleichgewicht im Darm zurückführen. Selbst manchen Allergien lässt sich durch eine Darmsanierung und angepasster Ernährung entgegenwirken.

Ebenso spannend ist die Darm-Hirn-Achse, über die diese beiden Organe miteinander kommunizieren. Überwiegend erfolgt dies über Nervenverbindungen im Rückenmark, aber auch über den Nervus vagus, welcher vom Hirnstamm zum Verdauungsapparat verläuft und an vielen Regulationsvorgängen im Darmtrakt beteiligt ist. In Tierversuchen zeigte sich, dass der Nervus vagus auch als direkte Verbindung zwischen den Mikroorganismen im Darm und dem Zentralen Nervensystem funktioniert. Auch das enterische Nervensystem, ein Geflecht von Nervenzellen, welches die Darmwand durchzieht, ist essentiell an dieser Mikrobiom-Kommunikation beteiligt. Außerdem wird auch durch Hormone und von den Darmbakterien produzierte Stoffe die Kommunikation zwischen Hirn und Darm ermöglicht.


Ungesundes Essen, Stress, Medikamente und vieles mehr können den Darm in seiner Funktion beeinträchtigen. Eine Darmsanierung kann daher sowohl kurativ (im Krankheitsfall) als auch präventiv (vorbeugend) durchgeführt werden. Im Krankheitsfall sprich bitte zuvor mit einem Arzt, welche Art der Darmsanierung deine Situation am besten unterstützt, denn -wie immer- nicht jede Methode ist in jeder Situation passend.


Wie so oft, ist Vorbeugung besser als "behandeln müssen". Daher ist vor allem eine ausgewogene Ernährung das A & O für Gesundheit - nicht nur für den Darm allein. Grundsätzlich darf an der Regel der Deutschen Gesellschaft für Ernährung festgehalten werden - diese besagt täglich fünf Portionen Obst und Gemüse zu essen. Die vielen antientzündlichen sekundären Pflanzenstoffe und Ballaststoffe tun dem Darm gut.


Bei folgenden Symptomen kann eine Darmsanierung indiziert sein:

  • Durchfall

  • Völlegefühl

  • Reizdarm / Reizdarmsyndrom

  • Krämpfe

  • Saures Aufstoßen

  • Allergien

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten

  • Kopfschmerzen

  • Depressionen

  • Reizbarkeit

  • Schlafprobleme

  • Abgeschlagenheit

  • Nervosität

  • Unangenehmer Körper- oder Mundgeruch

  • Gelenkschmerzen

  • Starke Gewichtszunahme

  • Erhöhter Cholesterinspiegel

  • Erhöhter Blutdruck

  • Pilzinfektionen

  • Chronische Blasenentzündungen

  • Hauterkrankungen

Foto: Jason Yoder on unsplash

Methoden zur Darmsanierung

Im Handel sind viele "Probiotika" erhältlich. Probiotika Ein Probiotikum sind Produkte, die lebende Mikroorganismen enthalten, wodurch sie zu den Functional-Foods gezählt werden und einen positiven Einfluss auf die Gesundheit entfalten sollen. In der Regel enthalten sie Milchsäurebakterien, (stabilisieren das Darm-Milieu, stärken die Barrierefunktion der Darmschleimhaut), Riboflavin (ein Pflanzenfarbstoff), Vitamin B2 (trägt zum Erhalt der Darmschleimhaut bei), Folsäure, Vitamin B12 und Vitamin D3. Wer ungern zu Fertigprodukten greift, der findet diese Inhaltsstoffe auch auf natürliche Weise:

  • Milchsäurebakterien -> Kefir, Wasserkefir, Miso, Apfelessig, (hochwertiger) Käse, Joghurt, Rohmilch, Kimchi und alle fermentierten Nahrungsmittel (z.B. Sauerkraut)

  • Riboflavin -> Milch und Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Vollkornprodukte, Gemüse (Brokkoli, Grünkohl etc.), Hefe

  • Folsäure -> Gemüse (z.B. Tomaten, Spargel, Kohl), Hülsenfrüchte, Weizenkleie, Vollkornprodukte, Eigelb, Leber

  • Vitamin B12 -> Rinderleber, Muscheln (z.B. Austern), Fisch (Hering, Forelle etc.), Rindfleisch, manche Weichkäsesorten

  • Vitamin D -> Ab in die Sonne! Der menschliche Körper produziert Vitamin D selbst, aber nur unter der Einwirkung von UV-Licht.

Das Fermentieren von Nahrungsmitteln ist heute etwas aus der Mode gekommen, da uns ganzjährig nahezu endlos viel Nahrung zur Verfügung steht und wir Nahrungsmittel seltener haltbar machen müssen. Dabei sind fermentiere Speisen sehr gut für unsere Darmgesundheit. Auch Wasserkefir (ein leicht säuerliches Gärungsgetränk), Kefir, Kombucha (aus einem Pilz gemachter Tee) gehören in diesen Bereich. Sie sind sowohl für die Darmsanierung als auch für die regelmäßige Ernährung wunderbar geeignet.


Heilfasten gehört zu den bekanntesten und ältesten Methoden, um den Körper und insbesondere den Darm zu reinigen, zu entgiften und wieder bei sich selbst anzukommen. Beim Heilfasten wird für eine bestimmte Zeit (5 bis maximal 35 Tage) auf Nahrung verzichtet. In dieser Zeit werden nur Säfte, spezielle Kräutertees, Wasser und Gemüsebrühe eingenommen. Auf diese Weise wird der Darm entlastet. In dieser Zeit sollte man sich viel Ruhe gönnen - vielleicht meditieren, spazieren gehen oder besonders sanfte Yogaübungen machen. Körperlich harte Arbeit und Fasten passt nicht zusammen.

Am Ende der Fastenzeit - das sogenannten Fastenbrechen- muss der Körper wieder schrittweise an feste Nahrung gewöhnt werden. Bitte nicht einfach wieder wie gewohnt los mampfen! Oft wird das Heilfasten mit Einläufen unterstützt, um den Darm manuell zu reinigen.

Fasten ist NICHT für Schwangere und Stillende, Palliativpatienten und Menschen mit Essstörung geeignet. Wer zuvor noch nie gefastet hat, der wendet sich am besten an einen erfahrenen Begleiter, Ernährungsberater oder anderen entsprechenden Anbieter.



WEITERE NÜTZLICHE "HELFER" FÜR DIE DARMSANIERUNG:

Heilerde und Flohsamen sind einzeln bereits toll - in Kombination noch besser. Die Heilerde bindet die von Flohsamen gelösten Stoffwechselprodukte, Giftstoffe und schädlichen Bakterien im Darm, die dann mit dem Kot ausgeschieden werden. (Achtung Flohsamen können allergische Reaktionen auslösen! Treten nach der Einnahme Brustschmerzen, Erbrechen oder Schluck- und Atembeschwerden auf, bitte sofort zum Arzt!). Die empfohlene Tageshöchstdosis für Flohsamen liegt bei 10–30 g über den Tag verteilt eingenommen. Man lässt dafür mehrmals täglich jeweils einen Teelöffel (5 g) Flohsamen in 100 ml Wasser vorquellen und nimmt diese dann ein. Viel nachtrinken, denn die Samen quellen weiter! Genauso wunderbar funktioniert dies mit Chiasamen, Weizenkleine und Leinsamen. Ich persönlich bevorzuge die heimischen Leinsamen. Die enthaltenen Ballaststoffe quellen im Darm auf, regen die Darmtätigkeit an und die erwünschten Darmbakterien freuen sich über die wertvollen Ballaststoffe. Viel, viel, viel Wasser oder Tee trinken, damit der Darm nicht verstopft!


Heilerde (Bentonit, Zeolith) besteht aus eiszeitlichen Lößablagerungen, die fein zu Pulver zermahlen werden. Die innerliche und äußerliche Einsatzmöglichkeit ist riesig - der Fokus liegt immer auf der Bindung von Giftstoffen. Heilerde normalisiert die Magen-Darm-Tätigkeit und ist übrigens auch bei Durchfallerkrankungen sehr hilfreich. Heilerde ist auch für Kinder und Senioren unbedenklich. Für die Darmsanierung wird Heilerde-Pulver in 1/2 Glas Wasser, Tee oder Saft verrührt und getrunken. Heilerde kann auch unterstützend beim Fasten eingenommen werden.


Zur Darmreinigung, am Anfang einer Darmsanierung, eignen sich Rizinusöl und Bittersalz.

Die Darmreinigung ist jedoch nicht obligatorisch.

Rizinusöl ist seit 4000 Jahren als Abführmittel bekannt. Es ist immer dann angebracht, wenn es sich nicht um chronische Verstopfung handelt. Wenn du deinen Darm mit Rizinusöl reinigen möchtest, halte dich unbedingt die vom Hersteller oder Arzt angegebene Dosierung. Bei einer Überdosierung kann es unter anderem zu Übelkeit, Erbrechen, schmerzhaften Darmkrämpfen sowie zu schweren Durchfällen mit Wasser- und Salzverlusten und damit verbundenen Störungen der Herzfunktion und Muskelschwäche kommen.

Auch Sauerkrautsaft, Brottrunk, Pflaumensaft, Sennes- und Faulbaumtee sind geeignet. Am besten wird die Darmreinigung mit einem Einlauf unterstützt. Für eine Darmentleerung mit Bittersalz wird folgendermaßen vorgegangen:

  1. Plane drei Tage, in denen du Zeit und Ruhe hast, ein. Am ersten Tag nimmst du nur noch ein kleines Frühstück ein und die letzte Mahlzeit zu Mittag besteht aus gedünstetem Gemüse mit Reis. Danach isst du nicht mehr. Achte darauf, genug frisches Wasser und Kräutertee zu trinken. Am Abend, am besten gegen 18.00Uhr, des ersten Tages trinkst du 1EL Bittersalz in 200ml lauwarmen Wasser aufgelöst. Zwei Stunden später nimmst du die gleiche Dosis erneut ein. Wenn das bittere Salz zu eklig schmeckt, kannst du etwas frischen Zitronensaft in die Mischung geben. Das Bittersalz beginnt nach rund 1 bis 3 Stunden (abführend!) zu wirken. Ich empfehle am gleichen Tag unmittelbar vor dem Schlafengehen 190ml frisch gepressten Zitronen- oder Pampelmusensaft mit 125ml nativem Olivenöl zu trinken. Dieser Mix regt die Galle und somit den gesamtem Entgiftungsprozess an.

  2. Am nächsten Tag werden um 06.00 und 08.00 Uhr wieder die gleiche menge Bittersalzlösung eingenommen. Ab 10.00 Uhr gibt es Fruchtsäfte zum Frühstück, aber noch keine feste Nahrung. Zum Mittagessen eignet sich eine leichte Suppe und am Abend ist eine leichte Mahlzeit erlaubt (ideal ist gedünstetes Gemüse).

  3. Am dritten Tag sollte mit einer angepassten, leichten Kost wieder festere Nahrung zugeführt werden. Nach erfolgreicher Darmreinigung empfiehlt ich mit probiotischen Kulturen die Darmflora zu stabilisieren (z.B. Sauerkraut, Wasserkefir, Kefir, Kimchi usw.)

Achtung - Darmreinigungen dieser Art können die Schleimhaut des Afters reizen. Rötungen und leichtes "wund sein" können auftreten. Außerdem ist zu beachten, dass die Darmreinigung auch "blutreinigend" wirkt. Das heißt, du kannst mehr Schweiß produzieren, Mundgeruch bilden, dunklen stinkigen Urin ausscheiden und bei Frauen kann auch der Ausfluss übel riechen. All dies ist nur temporär und ein Zeichen, dass die Entgiftung läuft. Sollten diese Symptome länger anhalten, können andere Ursachen vorliegen und dann ist ein Arzt zu konsultieren.

Eine solche Darmreinigung darf nicht während der Schwangerschaft oder Stillzeit, bei Kindern, kranken oder schwachen Menschen durchgeführt werden.


Ernährung

Neben den bereits genannten Nahrungsmitteln zählen auch Trockenobst, Beeren, Apfelessig, Leber (Vitamin A fördert das Zellwachstum des Darms), Kräutertees und hochwertiges Protein (in richtiger Menge!) zu den wichtigen Nahrungsmitteln während der Darmsanierung und auch danach. Als Tee sind besonders Pfefferminze, Kamille, Fenchel, Anis, Kümmel, Schafgarbe und Lavendel empfohlen.


Zu vermeiden sind sehr fettiger Käse, Wurstprodukte, Fertiggerichte, Alkohol, Kaffee, raffinierter Zucker, schwarzer Tee und Softdrinks. Auf Fleisch, salzige Snacks und Getreide sollte während der Darmsanierung verzichtet werden. Auch nach der Darmsanierung ist es ratsam diese Nahrungsmittel -wenn überhaupt- nur in kleinen Mengen zu konsumieren.


Außerdem möchte ich noch Heilpilze als tollen Verbündeten des Darms nennen.

Pilze gehören zu den wichtigsten Nahrungsmitteln für einen gesunden Darm. Sie stärken das Immunsystem und dürfen germ mehrfach pro Woche auf dem Teller landen. Speziell für den Darm sind die ß-Glukane, Triterpene und Glykoproteine der Pilze zu nennen, denn sie wirken unter anderem regenerativ auf den Darm und die Leber. Aber Achtung - die äußere Hülle der Pilze ähnelt dem Chitin der Insekten und gilt als schwerer verdaulich. Daher gilt auch hier ein gesundes Maß zu halten. Für die Darmsanierung empfehle ich die Einnahme von Heilpilzen in Kapsel-, Pulver- oder Teeform. Hier sind besonders der Igelstachelbart, Shiitake (Speisepilz), Austernseitling (Speisepilz), Schopftintling (Speisepilz) und der Birkenporling zu nennen.



 

Disclaimer:

Alle Infos sind nach besten Wissen recherchiert, selbst erprobt und zusammengefasst. Eine Garantie auf Vollständigkeit/Korrektheit/Aktualität kann dennoch nicht gegeben werden, da sich Wissen ständig erweitert. Für Menschen mit Vorerkrankungen, Schwangere, Stillende, Allergiker und körperlich schwache Menschen sind manche Anwendungen ungeeignet. Daher sollte zuvor ein Arzt oder Heilpraktiker kontaktiert werden. Bitte bedenken Sie, dass eine Darmsanierung kein Ersatz für eine medizinische Behandlung oder Diagnose durch einen Arzt darstellt.