Was du direkt nach dem Yoga tun solltest

Yoga macht fit, beweglicher und entspannt. Yoga ist trendy und die vielen Vorteile des Yoga sind inzwischen sehr vielen Menschen hier im Westen bekannt. Doch oft ist Yoga in seinem Kern nicht vollständig verstanden und die Asanas (Köperübungen) werden wie ein Fitnessprogramm "runter gerattert". Dabei ist das ganzheitliche System weit mehr als ästhetisch aussehende Körperübungen. Yoga dient der persönlichen Entwicklung auf körperlicher, emotionaler, spiritueller, intellektueller und geistiger Ebene. Gerade deshalb ist es falsch direkt nach den Übungen aufzuspringen, zum Handy zu greifen, sich vor den Fernseher zu hocken oder zum nächsten Termin zu hetzen. Während des Yoga hast du dich bestimmt sehr auf die Asanas und Pranayama (Atemübungen) konzentriert. Damit hast du deine Energien in Balance gebracht; Körper und Geist gereinigt und gestärkt. Um diesen Effekt nicht durch ungünstiges Verhalten zu verwaschen, kannst du die folgenden einfachen Tipps in deine Yogapraxis integrieren.

Was du unmittelbar nach dem Yoga tun solltest 1. Relax Viele Menschen sind nahezu immer in Eile. Auch nach dem Yoga springen sie auf, rennen zum nächsten Termin, sind mit dem Kopf schon bei der Arbeit oder hängen wieder am Handy, scrollen durch die Social Media und und und. Leider wird auch von manchen Yogalehrern Shavasana mit nur 2-5 Minuten viel zu kurz angeboten. Lassen dir Zeit zum Entspannen. Verweile in Shavasana mindestens 10 Minuten. Shavasana wird auch die "Totenstellung" genannt. In der Regel liegen Yogis und Yoginis dabei auf dem Rücken während die Arme mit den Handflächen nach oben zeigend leicht vom Körper wegestreckt sind. Die Beine fallen locker auseinander. Während dieser Haltung bleibst du bewusst wach und nimmst die tiefe Entspannung wahr. Dabei wird das Zentrale Nervensystem beruhigt, das Verdauungs- und Immunsystem positiv beeinflusst und sogar Kopfschmerzen, Erschöpfung und Angstzustände können reduziert werden. Shavasana ist also mehr als "ein bisschen Rumliegen" am Ende deiner Yogastunden.

2. Bewegung Nach dem Yoga sind die Muskeln und Bänder gut gedehnt. Deine Lunge ist geöffnet und du kannst freier atmen. Statt den aktivierten Organismus direkt wieder in eine passive Haltung, z.B. vor dem TV oder am Schreibtisch, zu quetschen, lohnt sich ein reger Spaziergang vor allem nach dem morgendlichen Yoga. Bewege dich in der Natur, schau in den Himmel und nimm deine Umgebung mit allen Sinnen bewusst wahr. So schulst du deine Wahrnehmung für eine größere Perspektive des Lebens. Ein Spaziergang nach dem Yoga unterstützt eine gute Körpersprache auch für den Rest des Tages. Und wenn du Yoga eher am Abend praktizierst darf es auch gern ein gemütlicher Spaziergang sein. Auf jeden Fall ist etwas Bewegung an der frischen Luft nach dem Yoga immer eine gute Idee.

3. Hydration Wie nach allen körperlichen Aktivitäten ist es auch nach dem Yoga ratsam den Körper mit ausreichend Wasser zu versorgen. Trinke direkt nach dem Yoga ein Glas Wasser. Bitte nicht "wegexen" (also in einem Schluck runter kippen), sondern Schluck für Schluck mit einer entspannten Geisteshaltung. Um den kühlenden Effekt des Wassers zu verstärken, kannst du bei Bedarf dem Wasser Jeera (gemahlener Kreuzkümmel) oder Saunf (Fenchelsamen) hinzufügen.

4. Vitalstoffe Ob Kraftsport, Joggen, Rad fahren oder Yoga - körperliche Betätigung und eine gesunde Ernährung gehören unabdingbar zusammen, denn ein aktiver Organismus hat einen hohen Bedarf an Vitalstoffen. Auch nach dem Yoga gilt es den Organismus mit Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen zu versorgen, damit die Energiespeicher wieder aufgefüllt werden. Nur so können Muskeln, Gelenke, Bänder und Organe funktionstüchtig bleiben.

Direkt nach dem Yoga sind Sprossen, Nüsse und Samen, Paneer (indischer Käse), Tofu, Bananen und Äpfel besonders empfehlenswert. Auch die gekochte Süßkartoffel eignet sich hervorragend. Sie ist reich an Ballaststoffen und komplexen Kohlenhydraten und reguliert den Blutzuckerspiegel. Neben Wasser dürfen auch gern Kirschsaft und Pflanzenmilch nach dem Yoga getrunken werden. Kirschsaft enthält viele Antioxidantien und kann -bei regelmäßigem Verzehr- helfen Muskelkater vorzubeugen. Auch ein frisch zubereiteter Lassi wirkt nach dem Yoga erfrischend und kühlend. Damit das beliebte Joghurtgetränk jedoch die Körperenergien nicht durcheinander bringt darf der Joghurt nicht mit Zitrusfrüchten, Beeren oder Banane zubereitet werden. Hier sind zwei ganz einfache Lassirezepte:

#1 Erfrischendes Gewürzlassi (für 4 Gläser)

  • 500g Naurjoghurt (mind. 3,5% Fett; alternativ ein Joghurt auf Pflanzenbasis)

  • 500m Wasser

  • 1/2 Gurke

  • 8 Blatt Minze

  • Optionale Gewürze:

  • je einen halben Teelöffel Koriander, Cumin und Cayennepfeffer

  • oder

  • je einen halben Teelöffel Schwarzkümmel, Curcuma und Kardamom

Zubereitung:

  • Püriere die Gurke mit einem Stabmixer.

  • Verquirle das Wasser und den Joghurt. Füge dann das Gurkenpüree hinzu und vermische die Masse gut.

  • Gib dem Lassi die Minzblätter hinzu und rühren nochmals gut um.

  • Zum Schluss kommen die Gewürze hinzu.



#2 Fruchtiges Mangolassi (für 4 Portionen)

  • 500g Naurjoghurt (mind. 3,5% Fett, alternativ ein Joghurt auf Pflanzenbasis)

  • 500m Wasser

  • 2 EL Rosenwasser

  • je einen halben Teelöffel Kardamom und Cumin

  • Optional: 1 getrocknete, klein gehackte Chili oder 1/4 TL grob gemörserte Senfsaat

Zubereitung:

  • Schäle und entkerne die Mango und püriere sie mit einem Stabmixer.

  • Verquirle das Wasser und den Joghurt. Füge dann das Mangopüree hinzu und vermischen Sie die Masse gut.

  • Rühre die Gewürze unter.

  • Genieße!

5. Positives Mantra Jeder (Lebens-)Tag ist ein Geschenk und sollte mit entsprechender Wertschätzung betrachtet werden. Um eine lebensbejahende Grundhaltung einzunehmen oder zu verstärken ist es ratsam nach dem Yoga eine positive Affirmation zu wiederholen. Lasse das Smartphone liegen und wiederhole deine Affirmation bevor Sie deinen Tag fortsetzen. Ein solch positives Mindset kann dich durch den ganzen Tag begleiten. Hier ein paar einfache Beispiele falls du (noch) keine eigene Affirmation zur Hand hast: 🍀Heute ist ein guter Tag. 🍀Ich bin wertvoll. 🍀Ich bin liebenswert. 🍀Ich bin in Balance. 🍀Ich bin frei von Angs und Sorge. 🍀Ich bin zufrieden. 🍀Ich bin entspannt. 🍀Ich gestalte meinen Tag nach meinen Bedürfnissen. 🍀Ich mag/liebe mich so wie ich bin. 🍀Ich bin gütig mit mir und anderen. 🍀Ich kümmere mich um meine Mitmenschen. 🍀Ich höre zu. 🍀Ich fühle mich geerdet. 🍀Heute mache ich Erfahrungen, an denen ich wachsen kann. 🍀Ich bin genug. Yoga in seiner Ganzheit ist ein Lebensstil. Was du direkt im Anschluss nach deiner Yogastunde machst, beeinflusst deine innere Haltung, dein emotionales Befinden und auch deinen Körper. Wenn du den hier genannten Tipps folgen, etablierst du gesunde Yoga-Gewohnheiten und kannst das große Potential des Yoga noch intensiver erfahren.