Wer rastet, der rostet

Zahlreiche Studien bestätigen, körperliche Aktivität wirkt wie ein Jungbrunnen. Denn wir altern nicht nach zeitlichen Vorgaben, sondern vor allem unsere genetische Veranlagung, Umwelteinflüsse sowie unser Lebensstil bestimmen maßgeblich, wie schnell der Alterungsprozess voranschreitet.


Bewegungsmangel und einseitige Belastung führen langfristig zu Verspannungen, Kopf- und Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Gewichtszunahme oder sogar Erkrankungen. Auch seelische (psychische) Probleme wie Depressionen, Frustration und Aggressionen stehen oft sehr eng mit unzureichender Bewegung und damit verringertem Körperbewusstsein zusammen. Körperfunktionen müssen gefordert werden, um erhalten zu bleiben. "Use it or lose it" - Was nicht regelmäßig gebraucht wird, verkümmert.

Es geht bei "ausreichend Bewegung" nicht darum, dass du zum Marathonläufer, Bodybuilder oder Hochleistungssportler mutieren sollst. Viel mehr sprechen wir hier von regelmäßigem Sport, der deiner Gesundheit zuträglich ist (und am besten auch noch Spaß macht!). Den eigenen Bedürfnissen und Fähigkeiten angepasste Bewegung wirkt auf allen Ebenen der menschlichen Existenz: Verspannungen und Blockaden werden gelöst und natürliche Körperrhythmen harmonisiert. Du erlangst mehr Energie, mehr Selbstbewusstsein und deine Regenerationsfähigkeit nimmt zu. Durch ausreichend Bewegung werden nicht nur Alterungsprozesse verlangsamt, auch deine Ausstrahlung und Stimmung profitieren deutlich.

Anatomie/Körperbau

  • Bewegung unterstützt den Knochenstoffwechsel und sorgt somit für die Stabilität der Knochen. Das Risiko, an Osteoporose zu erkranken, kann gesenkt werden.

  • Die Gelenke werden besser mit Nährstoffen versorgt und vermehrt mit Synovia (Gelenkschmiere) "geschmiert", wodurch du weniger anfällig für Arthrose bist.

  • Werden die Muskeln, vor allem die Rumpfmuskulatur, und die Wirbelsäule gestärkt, kann eine ganze Reihe typischer Rückenbeschwerden verschwinden und vorgebeugt werden.

  • Kräftige Muskeln gehen mit der Entlastung von Gelenken, Knochen und Sehnen sowie einem geringerem Verletzungsrisiko einher.


Physiologie/ Stoffwechselprozesse

  • Alle biologischen Prozesse werden optimiert, denn dein Körper produziert Botenstoffe und Proteine, die wichtig für körperliche und geistige Funktionen sind.

  • Bewegung hilft, den Blutzuckerspiegel zu harmonisieren. Der in der Nahrung enthaltene Zucker wird vom Körper besser verstoffwechselt. Diabetes mellitus Typ-2 kann vorgebeugt oder sogar zurückgedrängt werden.

  • Deine Blutfettwerte werden positiv beeinflusst. Die LDL-Cholesterinwerte werden gesenkt, die HDL-Werte erhöht. Dadurch reduziert sich das Risiko von Arteriosklerose.

  • Durch den Muskelzuwachs verbrauchst du mehr Energie und du kannst dein Körpergewicht leichter kontrollieren.

  • Gesteigerte Atem- und Lungenaktivität steigern die Sauerstoffaufnahmekapazität, wodurch die Sauerstoffversorgung aller Körperzellen verbessert wird.

  • Die Darmperistaltik (Darmbewegung) wird angeregt und die Verdauung angekurbelt.

  • Das Immunsystems wird stärker und kann Krankheiten besser abwehren. Auch Zellentartungen kann entgegen gewirkt werden.

  • Langfristig wird auch der Blutdruck gesenkt, da die Blutgefäße weiter und elastischer werden. Durch Entstehung neuer Kapillaren erfolgt eine Reduzierung des Pumpdrucks.

  • Deine Herzleistung wird ökonomisiert und die Herzschläge pro Minute werden reduziert. Der Ruhepuls sinkt. Dadurch wird das Herz entlastet.


Geist/Psyche

  • Durch ausreichend Bewegung, vor allem an der frischen Luft bei Tageslicht, werden vermehrt körpereigene Substanzen mit entspannender, stimmungsaufhellender und motivierender Wirkung produziert. Bewegung wirkt wie ein natürliches Anti-Depressivum.

  • Stress und Aggressionen werden abgebaut.

  • Selbst dein Schlaf kann sich verbessern.

  • Auch ACTH ("Kreativhormon") wird verstärkt freigesetzt. Es sorgt für Klarheit und lösungsorientiertem Denken.

  • Nervenzellen und ihre Verbindungen untereinander werden neu ausgebildet. Deine Gedächtnis- und Lernleistung wird aktiviert. Demenzerkrankungen kann vorgebeugt werden.


Erbgut/DNA

  • Intensive Bewegung löst durch Stress oder ungünstigen Lebensstil entstandene chemische Blockaden in den DNA-Strängen der Muskelzellen auf.

  • Es gibt Hinweise darauf, dass Sport Chromosomenschäden ausgleichen und die DNA stabil halten kann.

  • Sportlich aktive Menschen sind epigenetisch anders als passive Menschen. Unter anderem enthalten manche dieser Gene Baupläne für Enzyme, die die Empfindlichkeit für Insulin erhöhen oder in den Zuckerstoffwechsel eingreifen.

  • Andere durch Sport aktivierbare Gene schützen die Zellen vor oxidativem Stress.

  • Der Sport zwingt den Zellstoffwechsel zu einer Reaktion, wodurch bestimmte Aktivierungsmuster der Gene verändert werden. Die Zellen können deshalb auf zukünftige Reize (in diesem Fall der Sport) viel besser reagieren.

  • Vor allem Ausdauertraining führt zu einer Verlängerung der Telomere - sie schützen die Chromosomen, die Datenträger unserer Gene - um 15 bis 20 %. Kurze Telomere werden mit chronischen Krankheiten in Verbindung gebracht. Beim Krafttraining produziert der Körper Proteine, die sich schützend um die Telomere legen und so den natürlichen Verschleiß verlangsamen können.


Fazit

Regelmäßig betriebener Sport baut nicht nur Muskeln, Kraft und Ausdauer auf, sondern beugt diverse Krankheiten vor und lässt das biologische Alter innerhalb von sechs Monaten um bis zu 15 Jahre sinken.

Wer mit 40 oder 50 Jahren bis dato kaum oder gar nicht sportlich aktiv war, kann dennoch mit regelmäßigem Ausdauer- und Kraftsport beginnt, um mit 60+ immer noch fitte Zellen zu haben. Der Schlüssel liegt in der Regelmäßigkeit. Wenn du nach wenigen Trainingseinheiten wieder nur das Sofa oder das Büro hütest, nehmen die positiven Effekte wieder rasch ab. Vor Trainingsstart ist eine medizinische Kontrolle beim Arzt empfohlen.




 

***Wichtiger Hinweis***

Dieser Artikel bietet Informationen zum besseren Verständnis für die Zusammenhänge von körperlicher Aktivität und Gesundheit. In keinem Fall kann oder will die Autorin mit diesem Artikel die Diagnose und/oder Therapie durch einen Arzt bzw. Ärztin ersetzen.


Quellen