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Was Yoga wirklich lehrt (Teil 1/10)

Ahimsa - Gewaltlosigkeit

“Sei gewaltlos, zerstöre oder verletze nichts und niemanden,

nicht mit Gedanken, Worten oder Taten.“


Ahimsa, das erste der fünf Yamas und erste von insgesamt zehn grundlegenden yogischen Lebensempfehlungen, beschreibt eine bedeutende Verhaltensregel im Hinduismus, Jainismus und Buddhismus. Auch in allen anderen Glaubenssystemen wird uns eine friedliche Lebensweise nahegelegt. Jedoch muss niemand überhaupt einer Religion angehören, um das universelle Verständnis für Frieden und Liebe zu begreifen und zu verinnerlichen.


Das Sanskritwort Ahimsa untersagt das Töten, und beschreibt das Nicht-Verletzen aller Kreaturen bzw. beschränkt dies auf ein nicht vermeidbares Maß.


Ahimsa & Yoga

Viele Yogis und Yoginis in den westlichen Ländern sind zwar mit den Asanas (Körperhaltungen), Pranayama (Atemübungen) und immer häufiger auch mit Mediation vertraut. Wer im Yoga jedoch mehr als Entspannung und Körperübungen sucht, wird früher oder später den yogischen "Lebensregeln", den Yamas und Niyamas, begegnen. Ahimsa ist das erste Yama und auch das Bedeutendste. Alle weiteren Weisungen können nur greifen, wenn Ahimsa verstanden und gelebt wird.


Wie gehst du mit deinem Körper um? Nimm dir ein paar Minuten Zeit, um darüber nachzudenken.

Wie oft tust du dir weh, z.B. wenn du dich in ein Asana hineinpressen? Wie oft überlastest du dich? Wir sprichst du über dich selbst? Zwingst du dich, deine Mahlzeit komplett zu essen, obwohl du schon satt bist? Solche Aggressivität ist Gewalt am eigenen Körper und Geist! Ahimsa in deiner Yogapraxis schließt Achtung vor dem eigenen Körper und Geist ein. Sei gewaltlos mit dir selbst.



Die Idee des Nicht-Verletzen


Ahimsa steht für ein friedliches, respektvolles Handeln, Sprechen und Denken. Doch warum scheint dies für uns Menschen oft schwer umsetzbar zu sein? Weltweit werden grausame Kriege geführt, wir streiten mit unseren Liebsten und schmieden Rachepläne, wenn uns jemand emotional verletzt hat. Wir erlauben unserem Ego über andere zu urteilen und sprechen schlecht über andere. Es wird über die übergewichtige Kollegin gelästert und kontroverse Meinungen reichen oft schon aus, um jemanden abzustempeln. Frieden mit uns selbst und anderen schließen wir auf diese Weise sicher nicht.Doch es geht auch anders!


Selbst wenn wir es in unserem menschlichen Sein nicht zur gewaltlosen Perfektion bringen, können wir Liebe manifestieren und viel friedvoller handeln. Wir können mit Güte und Verständnis, statt mit Verurteilung und Zorn reagieren. Statt dem Gegenüber in einem Streit Pest und Cholera an den Hals zu wünschen, können wir der Person wohlwollend Frieden wünschen. Natürlich ist es nicht immer leicht auf diese Weise zu handeln und zu denken, vor allem wenn man von einem anderen Menschen verletzt wurden und völlig aufgebracht ist. Doch genau hier setzt Ahimsa an. Statt die Gewaltspirale fortzusetzen, kannst du mit einer gütigen inneren Haltung eine Friedenskultur etablieren. Wenn uns dies zunehmend auf "kleiner Ebene", also bei uns selbst, gelingt, kann Ahimsa auch auf "großer Ebene" wirken. Wer Ahimsa zur inneren Haltung erhebt, entwickelt (mehr) Mitgefühl und Liebe für alle Wesen. Plötzlich wird deutlich, dass Zorn und Rachegedanken dich emotional sowie mental verhärten. Daher: Sprich Gutes und tue Gutes! Ahimsa ist nicht nur der Weg des Friedens, sondern auch ein großes Stück Freiheit. Mach dich frei von schädlichen, gewalttätigen Gedanken und Taten!